Wechselmodell / Paritätische Doppelresidenz

Belgien, Frankreich, Slovakai, Tschechien, Australien und Teile der USA leben es uns gesetzlich vor, dass mit dem Wechselmodell/Doppelresidenz als Einstieg in den Trennungsfall die Eltern gleichberechtigt und mit der generellen Aussicht auf hälftigen Umgang friedlicher mit einander umgehen und vor allem die Kinder weniger unter der Trennung leiden.

Aktuelle Broschüre zur Doppelresidenz (Wechselmodell) (09/2016)

Prof. Dr. Hildegund Sünderhauf in: Familien-Rechts-Berater Heft 9 und 10/2013:  Vorurteile gegen das Wechselmodell: Was stimmt, was nicht? – Argumente in der Rechtsprechung und Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung (PDF)

Der Väteraufbruch Köln betreibt eine eigene Arbeitsgruppe Doppelresidenz/Wechselmodell

Auch zu diesem Thema: Fachtagung Doppelresidenz 2012 in Köln am 20.09.2012

Vorteile für Kinder

Wie Studien gerade auch in jüngster Zeit belegen, leiden Kinder unter der ungleichmäßigen Betreuung und dem geringen oder sogar  fehlenden Kontakt zum zumeist unfreiwillig abwesenden (ausgegrenzten) Elternteil. Das hat Auswirkungen auf die psychische Entwicklung der "Scheidungswaisen" und "Besuchskinder" bis in das Erwachsenenalter. Gerade kleine Kinder benötigen häufige Kontakte zu beiden Elternteilen um eine Beziehung halten oder überhaupt aufbauen zu können. Umgang lediglich alle 14 Tage evtl. sogar für nur wenige Stunden ist aus psychologischer Sicht katastrophal für die kindliche Entwicklung.

Gerade auch bei strittigen Eltern ist daher die Doppelresidenz eine Möglichkeit für Kinder beide Elternteile auf Dauer zu erleben und nicht in die Entfremdung abzurutschen. Das Kind kann so auch nicht als Machtinstrument benutzt werden, da es beide Elternteile gleich erleben kann.

Vorteile für Eltern

Verbringen die Kinder zu je 50%, also hälftig die Zeit bei Mutter und Vater, können sich beide Elternteile auch gleichberechtigt beruflich und persönlich weiterentwickeln. Die Belastung der öffentlichen Haushalte durch "alleinerziehende" Leistungsempfänger dürfte erheblich zurückgehen, wenn beide Elternteile gemeinsam sowohl ihrer Erziehungspflicht als auch ihrer Erwerbsobliegenheit nachkommen können.

Ein weiterer Aspekt ist, dass die Eltern über den Alltag der Kinder im Gespräch bleiben und ggfs. lernen (müssen) ihre Paarkonflikte nicht auf die Elternebene zu verlagern. Erst wenn die Eltern auf Augenhöhe miteinander kommunizieren müssen, kann Beratung und Unterstützung greifen. Erst dann besteht die Notwendigkeit zum Konsens, und beide Elternteile können sich als Eltern fühlen.

Links

Christian und Jenny Kötter bauen gerade ein attraktives Netzwerk für Eltern auf, die ihre Kinder im Wechselmodell betreuen oder betreuen möchten (Stand 12.07.2016).
https://piano-elternnetzwerk.de/patenschaft/gespraechskreis-wechselmodell-praktisch/

Jan Piet H. de Man, Zusammenfassung internationaler Forschungsergebnisse: Kinder in Doppelresidenz oder gemeinsamen Sorgerecht waren besser angepasst als Kinder in einer Ein-Elternteil-Regelung, aber nicht anders als die in ungetrennten Familien. Die positivere Anpassung von Doppelresidenz- und Gemeinsames-Sorgerecht-Kindern bestätigen sich für einzelne Vergleiche von allgemeiner Anpassung, Familienbeziehungen, Selbstschätzung, emotionaler und Verhaltensanpassung und Anpassungen, die spezifisch für Scheidungen gilt.
http://www.pappa.com/divorce_child/deMan-Vergleich-Doppelresidenz-Einzelresidenz.html

Im Kölner Stadtanzeigers vom 4. Juni 2012 spricht der dänische Erziehungsexperte Jesper Juul u.a. über das Wechselmodell
http://www.ksta.de/html/artikel/1338545190085.shtml

Kretschmer, Anja, Papa-Tage... ...Mama-Tage. Bilden Sie den Plural von Zuhause! Das geht nicht? Doch, das geht. Manche Scheidungskinder haben eins bei Papa und eins bei Mama
http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2007/papa-tage-mama-tage-367

Erfahrungsberichte von Eltern und Kindern, Artikel von Experten zu diesem Thema, wissenschaftliche Expertisen, Informationen über andere Länder in der EU und der ganzen Welt, links zu weiteren Informationsträgern
http://www.doppelresidenz.at/

Werneck Harald, Doppelresidenz – Eine sinnvolle Option. Ein modifiziertes Obsorgemodell nach elterlicher Scheidung oder Trennung.
http://www.oif.ac.at/service/zeitschrift_beziehungsweise/detail/?S=kontrast%3F&tx_ttnews[tt_news]=2401&cHash=8f63bb8795c8c4ade7e21f55b033fa06

Literatur

Ina Kiesewetter und Petra Wagner: Eine Woche Mama,eine Woche Papa. Wie Kinder getrennter Eltern gut leben. Kreuz Verlag, Freiburg, 2012, 180 Seiten, ISBN-Nr. 978-3-451-61088-2
http://www.eine-woche-mama-eine-woche-papa.com/

Pototschnik, Anton: Auf Augenhöhe Eltern bleiben. Abschied vom Mythos der Täter-Väter und der Opfer-Mütter. 272 Seiten, ISBN 978-3-85052-306-6
http://www.ibera.at/index.php?page=shop.product_details&category_id=22&flypage=flypage.tpl&product_id=164&vmcchk=1&option=com_virtuemart&Itemid=64