Es reicht!

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Düren, 18.01.2018 - von Norbert Rott

Nachdem auch in den Sondierungsverhandlungen die prekäre Situation vieler getrennt lebender Eltern in keiner Weise thematisiert wurde, reicht es nun! Wie sollen denn die Appelle des sozialen Zusammenrückens in unserer Gesellschaft noch Ernst genommen werden, wenn unsere Politiker jede faire Behandlung, geschweige denn Hilfe für getrennt lebende Eltern verweigern?

Wir können es nicht länger hinnehmen, dass nach einer Trennung der eine Elternteil die Kinder betreut, während der andere zum Zahlesel degradiert wird. Väter wollen am Leben Ihrer Kinder teilhaben, mehr als jedes 2. Wochenende.

Dieses wird leider von unseren Politikern nicht gefördert, sondern ausgebremst. Der Staat verhält sich zu den Menschen, die für ihre Kinder sorgen wollen, leider wie eine Spaltaxt.

Während dem kinderlosen Ehepaar je nach Verdienst durch das Ehegattensplitting ein steuerlicher Vorteil im Jahr bis zu 18000 Euro zugesprochen wird, zahlt der Vater trotz großer finanzieller Belastung, den steuerlichen Höchstsatz. Ein Vater z. B. von 3 Kindern mit einem Bruttoverdienst von 3300 Euro hat dadurch Abzüge von über 1300 Euro. Ihm bleiben knapp unter 2000 Euro. Nun muss er über 1000 Euro Unterhalt zahlen und er landet bei einem Selbstbehalt von 1080 Euro.

Dass der Vater, der für seine Kinder da sein möchte, eine größere Wohnung braucht, interessiert den Staat nicht. Vielen Vätern bleibt so, trotz Kinderbetreuung, weniger als 200 Euro zum Leben. Einem ledigen Sozialhilfeempfänger geht es in unserem Land oftmals finanziell besser als den Vätern, die trotz harter Arbeit nichts mehr für sich und Ihren Kindern zur Verfügung haben. Und unsere Volksvertreter genehmigen sich jährlich mit großem Wohlwollen eine Diätenerhöhung, zeigen mit Vorliebe auf diejenigen, denen es gut und immer besser geht und schauen bei den großen Problemen und Ungerechtigkeiten weg!

Dass viele Väter nicht einmal genügend Geld zur Verfügung haben, um ihre Kinder zu betreuen, ist in einem reichen Land ein Skandal, wird von allen Familien-, Kirchen- und Sozialverbänden seit langer Zeit angeprangert und es ändert sich nichts! Wir werden uns nicht länger damit abfinden, dass in unserem Land Banken aufgrund Spekulanten mit Milliarden gefördert werden, während Menschen, die sich für Kinder entschieden haben, im Regen stehen gelassen werden!