Faktenresistente Politiker gehören weder in die Regierung noch in die Opposition

in

Ulm, 16.01.2018 - Von Herrmann Danne

Die finale Fassung der Sondierungsgespräche unserer Noch-Volksparteien CDU, CSU und SPD hat ungefähr den Unterhaltungswert eines Telefonbuches oder der Neujahrsansprachen von Mutti und lassen jeden Schlafmittelhersteller um seine Existenz bangen.

Jamaika ist geplatzt, jetzt soll es eine Neuauflage der immer unbeliebteren Groko richten. Wenn man es schafft, das erlesene Dokument ohne Streichhölzer für die übermüdeten Augen zu verinnerlichen, drängt sich die Frage auf, warum man so viel Zeit für so viel auf 28 Seiten komprimierte Blindleistung braucht. Den kleinsten gemeinsamen Nenner hätte man auch schneller finden können. Oder waren die sicherlich sehr spannenden Sondierungsgespräche nur ein Affentheater für uns Wähler? Nachher geht man einen saufen und klatscht sich vor Schadenfreude gegenseitig auf die Schulter. Bei der obligatorischen Diätenerhöhung war man sich ja auch fast in Lichtgeschwindigkeit einig.

Warum schaffen es die meisten altgedienten Politiker nicht, einen kompetenten Nachfolger heranzubilden und rechtzeitig und in Würde das Amt in jüngere Hände zu legen? Müssen sie erst immer wieder durch den Wähler weggefegt werden? Will Mutti ihren Ziehvater Birne bei der Dauer ihrer Amtszeit toppen und als ewige Kanzlerin in die Annalen der Geschichte eingehen? Hat Seehofer keinen Plan B für die Zeit nach seiner aktiven Politikerlaufbahn? Es gibt doch noch mehr Sekretärinnen, denen man ein Kind machen kann. Die Rentenkasse würde sich über mehr zukünftige Beitragszahler sicher freuen.

Macht ist eine starke Droge, oft sicher noch stärker als Alkohol. Hat der trockene Restalkoholiker Schulz seine Ersatzdroge gefunden? Oder ist er als Patriot nur in Sorge um Deutschland? Sei es drum, bei der nächsten Wahl ist ihm und seiner Partei die Watsche des Wählers so gewiss wie das Amen in der Küche. Erst ein glasklares Nein zu Groko und jetzt die 180 Grad Wende -- das verzeiht ihm weder die Basis noch der Wähler. Ja, der Trend geht zu kleinen Parteien.

Kommen wir zum Abschnitt Familie, Frauen und Kinder. Nur dieses Thema interessiert uns Trennungsväter wirklich. Hier werden wir bei der Lektüre des ansonsten Schlaf fördernden Textes auf einmal hellwach -- allerdings nur vor Wut. Männer fehlen schon in der Überschrift, wie beim Bundesministerium für alle außer Männer. Da geht uns doch glatt das Messer in der Tasche auf, täten jetzt die Bayern unter uns sagen. Viel Blabla, was unsere zukünftige Koalition Gutes für unsere Kids machen will. 25 Euro mehr Kindergeld. Verglichen mit der Diätenerhöhung ... ach lassen wir das. Das elementare Recht jeden Kindes auf beide Eltern - also Mutter und Vater - auch nach Trennung und Scheidung ist nicht dabei. Kindesbesitzende Mütter können ihr Kind weiter als Waffe gegen den entliebten und entsorgten Ehemann missbrauchen und jeden Umgang ungestraft boykottieren.

Mehr Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Gemeint ist aber nur die Gleichberechtigung von Frauen. Wo Gleichberechtigung draufsteht, ist Frau drin. Es werden wieder die angeblichen strukturellen Ungleichgewichte für Frauen am Arbeitsmarkt zelebriert.  Ich bin für eine Frauenquote, aber bitte nicht nur bei DAX-Vorständen und in Aufsichtsräten, sondern auch in Jobs wie Müllabfuhr, Bergbau, Kanalarbeiter, Straßen- und Hausbau, Waldarbeiter usw. Wo es hart und gefährlich wird, da sieht man praktisch keine Frauen mehr.

Wir brauchen auch eine Quote für Obdachlose und Gefängnisinsassen - das sind fast reine Männerprobleme. Eine Frau wird für das gleiche Delikt wesentlich weniger hart bestraft als ein Mann. Wenn sich die sich trennenden Eltern vor dem Familiengericht um das Aufenthaltsbestimmungsrecht ihrer Kinder streiten, dann gewinnt zu rund 95 % der Fälle die Mutter und der Vater wird zum reinen Zahlesel und Jedes-Zweite-Wochenende-Umgangsonkel degradiert. Er wird zum Lenor (leibeigener Neger ohne eigene Rechte), muss Unterhalt zahlen und ansonsten die Fresse halten. Welcher Partei geht gegen diese strukturellen Ungleichgewichte im teutschen FamUnrecht vor und fordert das Wechselmodell auch gegen den Willenn der heiligen Mutter? Das ist nur die FDP.

Die Lohnlücke, besser bekannt als Gender-Pay-Gap, ist nur gekonnte feministische Propaganda und hält keinem Faktencheck stand. Wenn man Faktoren wie Teilzeit, unterschiedliche Bezahlung in den verschiedenen Branchen, Babypause etc. herausrechnet, geht der Restunterschied im statistischen Rauschen unter. Das kann man alles unter Wikimannia nachlesen. Faktenresistente Politiker gehören weder in die Regierung noch in die Opposition.

Frauen leben im Schnitt in Deutschland sechs bis sieben Jahre länger als Männer. Und das liegt nicht an den Genen! Das ist weder bei den Feministinnen noch bei den Groko-Häuptlingen ein strukturelles Ungleichgewicht.

Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder. Sehr edel. Richtig gut, um Stimmvieh zu fangen. Was ist aber mit Gewalt gegen Männer? Wer schützt Kinder gegen gewalttätige Mütter? Wer schützt Männer vor gewalttätigen Ehefrauen? Niemand. Bevor jetzt jemand den stinkenden Moralfinger hebt und das feministische Mantra zelebriert, Frau ist immer Opfer und Mann ist immer Täter, dem sei gesagt, dass Gewalt gegen Kinder vor allem von Müttern ausgeht und Frauen bei häuslicher Gewalt den Männern in nichts nachstehen, diese sogar noch leicht toppen.  Dazu gibt es Hunderte an internationalen Studien.  Wir brauchen Gewaltschutzzentren für beide Geschlechter - und nicht nur Frauenhäuser.  Wir brauchen Hilfe für Gewaltoper - und zwar für beide Geschlechter. Es kann nicht sein, dass unsere Politiker für ihr männliches Auge eine Herde an Blindenhunden braucht.

Fazit: Die Groko-Parteien sind für uns Väter eine bittere Enttäuschung. Politiker, die völlig blind sind für die männliche Hälfte der Bevölkerung, eignen sich vielleicht als Schafhirten oder Toilettenreiniger - nicht aber als Volksvertreter.

Politiker und Windeln müssen häufig gewechselt werden - und zwar aus dem gleichen Grund. Das sagte schon Mark Twain. Recht hat er!

Hermann Danne

Autor des Buches "Femokratur Deutschland: Trennungsväter klagen an".
Im Buchhandel erhältlich.

hermann.danne@t-online.de
www.dannne.de (mit 3 "n")