Selbstverständnis des Väteraufbruch für Kinder Kreisverein Köln e.V.

Selbstverständnis des Väteraufbruch für Kinder Kreisverein Köln e.V.

Seit über 30 Jahren wenden sich Väter und Mütter an den Väteraufbruch für Kinder, wenn sie getrennt von ihren Kindern leben. Durchgehend berichten Väter, dass sie sich in ihren väterlichen Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt fühlen und zusehen müssen, wie ihre Kinder darunter leiden.

Den Kölner Kreisvorsitzenden des Väteraufbruch für Kinder, Hartmut Wolters, stört es, dass in Politik und Gesellschaft nur auf die „alleinerziehende“ Mutter fokussiert wird. "Der Vater in seiner wichtigen Rolle für die Kinder wird ausgegrenzt und tabuisiert. Dadurch leiden die Kinder, die auf einen Elternteil verzichten und erleben müssen, wie er als unangenehm empfunden wird", erläutert Wolters und erklärt, was das bei Kindern auslöst. "Die Kinder stellen ihre angeborene bedingungslose Liebe zum Vater in Frage, beginnen, sich für ihn zu schämen und wenden sich schließlich von ihm ab." Die fehlende Aufklärung und Wahrnehmung dieser Problematik führe aber dazu, das Väter aus Naivität heraus oft nur die Ablehnung ihrer Kinder empfänden und seien - ebenfalls zu Unrecht - von ihrem Kind enttäuscht. "Familie und Freunde pushen das noch", fährt Wolters fort. Väter bekämen Ratschläge, dass sie ihre Kinder mal ordentlich erziehen sollen, sowas solle man sich von Kindern nicht gefallen lassen, man solle dem Kind Respekt beibringen. "Das schaukelt sich hoch", resümiert Wolters seine achtjährige Erfahrung als Berater. In Workshops und Seminaren möchten wir Vätern Fähigkeiten vermitteln, wie sie ihr Ideal eigener Vaterschaft unbeeinflusst von Ideologien und gesellschaftlichem Schubladendenken auch nach der Trennung weiter leben können.

Väter und Mütter sind nicht alleinerziehend, sondern teilen sich ihre Erziehungsverantwortung untereinander auf. In dieser Position des Verteidigers der Kindschaftsrechte (UN Kinderrechtskonvention, Europäische Kinderrechtskonvention) und den Anspruch von Kindern, mit beiden Eltern auch nach der Trennung eine gelebte Beziehung erhalten zu können, können und dürfen wir uns weder pro- noch anti-feministisch positionieren. Die Auflage des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, dass Gerichte und Behörden positive Schutzmaßnahmen gegen Elternteile, die versuchen, das Kind dem anderen Elternteil zu entfremden, ergreifen müssen, sehen wir als Grundlage unserer politischen Arbeit. Nur ein Staat, der proaktiv das Kind vor Entfremdung schützt, erfüllt seine Hausaufgaben in Bezug auf die grundrechtlich garantierte seelisch und körperlich freie Entwicklung des Kindes. Davon sind wir in Deutschland weit entfernt.

Väter übernehmen mehr denn je Verantwortung für ihr Kind. Doch nach der Trennung werden beide Elternteile in alte Rollenbilder verdrängt. Ein Vater, der sich lieber um die Kinder kümmert als Unterhalt zu zahlen, wird als Unterhaltspreller verurteilt, eine Mutter, die das Kind nicht selbst betreut, als Rabenmutter. Väterliche Verantwortungsübernahme wird aber auch heute noch allzu oft als Unterdrückung der Frau und Mutter angesehen. Diese paradoxe Denkweise, väterliche Verantwortungsübernahme in der gesellschaftlichen Wahrnehmung als Bedrohung gegen Frauen einzuordnen, ist ein Alleinstellungsmerkmal des Feminismus in Deutschland. Deutschland isoliert sich mit dieser Einstellung gegenüber den europäischen und außereuropäischen Staaten.

In der Folge berücksichtigt Kinder- und Jugendarbeit mit getrennten Eltern oft nicht die wirklichen Bedürfnisse der betroffenen Kinder. Väter, selten auch Mütter, die von ihren Kindern getrennt leben, schämen sich oft für das Unrecht, das sie empfinden, und insbesondere Väter werden nach der Trennung in der Gesellschaft nicht mehr wahrgenommen. Es dreht sich alles nur noch um die "alleinerziehende" Mutter. Der Vater wird tabuisiert und unsichtbar gemacht. Auch Mütter werden mitunter aus dem Leben ihrer Kinder verdrängt. Dennoch gibt es keine öffentliche Aufklärung über alleinerziehende Väter. In der gesellschaftlichen Wahrnehmung ist alleinerziehend weiblich, Männer dienen dem Kindeswohl nur durch pünktliche Geldzahlungen.

Väter, die nicht mit der Mutter ihres Kindes zusammen leben, bewegen sich orientierungslos in Beratungsstellen, Jugendämtern, Familiengerichten, bei ihrem eigenen Anwalt und hoffen überall auf Hilfe. Eine solche Hilfe ist aber nicht vorgesehen. Weder Familienberatungsstellen noch institutionelle Hilfeorganisationen für Männer und Väter bieten hier einzelfallbezogene, konstruktive und zielführende Hilfen an. Selbst vom eigenen Anwalt fühlt sich fast jeder Vater, der sich an uns wendet, im Stich gelassen.

Wir bieten Hilfen an, die es ermöglichen, den neuen, unbekannten Alltag, umgeben von Rechtsanwältinnen, Jugendamtsmitarbeiterinnen und Familienrichterinnen zu bewältigen. Der Verein fängt viele Väter (und auch Mütter) auf, die am Ende der Beratungskette angekommen sind. In Analogie zur Arbeit der Frauenhäuser und der Obdachlosenhilfe können und dürfen wir keinen Unterschied zwischen Männern und Männern machen. Wir stehen für das Motto „Allen Kindern beide Eltern“. Jede politische Gesinnung, jeder sozialer Status, jede Form der Erziehung, so dass Bundesverfassungsgericht, gehören zum Lebensrisiko des Kindes, in das der Staat nicht eingreifen darf, es sei denn, das Kind droht zu verwahrlosen. Dies ist dann der Fall, wenn das Kind dazu erzogen wird, den anderen Elternteil zu hassen.

Väter fordern das bedingungslose gemeinsame Sorgerecht ab Geburt, gleichberechtigter Ansprechpartner in Erziehungsfragen zu sein, mehr Zeit mit dem Kind verbringen zu dürfen und die bedingungslose Umsetzung der Resolution 2079.

Wir suchen folgende ehrenamtliche Unterstützung

Bei uns kann jeder mitmachen, der Empathie für die authentischen Gefühle und Bedürfnisse von Vätern aufbringt. Väter sind keine Unterhaltspreller und Rabenväter, sie lieben ihr Kind und sind zu jedem Opfer bereit.