Offener Brief an Thomas Gesterkamp

Offener Brief an Thomas Gesterkamp

Lieber Thomas,

Deine jüngsten Artikel in der Stadtrevue und der taz zum Väteraufbruch habe ich gelesen. Ich bin ein Familienmensch und als solcher erkenne ich an, dass Männer (sicherlich auch Frauen, aber wir sind ja beide Männer) im hohen Alter früher als Weise bezeichnet wurden. Die Altersweisheit, der Ältestenrat und ähnliche Einrichtungen stehen unsereins nicht mehr zur Verfügung. Ich möchte Dich -  aufgrund Deiner "ewig gestrigen" Einstellung sicherlich auch mit einem leicht zynischen Augenzwinkern, aber - dennoch wohlwollend und liebevoll zukünftig "Opa Gesternkamp" nennen.

Du kritisierst ja seit vielen Jahren die Männlichkeit und den Maskulismus, den Du im Gegenzug zum Femi-ni-ni-smus natürlich grammatikalisch korrekt als Masku-li-ni-smus bezeichnest, mit immer den gleichen Phrasen. Mal ist es der Väteraufbruch für Kinder - in Verbindung mit MANNdat -, dann war es Agens - in Verbindung mit MANNdat -, dann ist es Arne Hoffmann - in Verbindung mit MANNdat -, zuletzt war es die IG JMV - in Verbindung mit MANNdat -, und heuer ist es der VafK Köln - in Verbindung mit MANNdat -, über die Du Schmähungen und Wirrungen ausschüttest.

Die Selbsthilfegruppe des VafK Köln habe ich ja viele Jahre selber geleitet. Mit sind gekränkte Eitelkeiten und verletze Gefühle also durchaus bekannt. Mir war es immer wichtig, den gedemütigten, teils versklavten, völlig frustrierten, sich ohnmächtig und hilflos fühlenden Vätern ein Selbstwertgefühl zu vermitteln, sie zu ihren eigenen Ressourcen zurück zu führen, ihnen Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung anzutrainieren.

In dieser Rolle als Männer- und Väterversteher geniesse ich es, wie Du selbstbewusst und selbstsicher auf den Putz haust. Lediglich fehlt es mir an Substanz in Deinen Artikeln. Eine schrille Persönlichkeit auf einer Demo siehst Du als Beleg dafür, dass mit unserer Demo etwas nicht stimmt. Ich finde, dass gerade eine Demo für das Recht der Kinder auf beide Eltern ein Podium für schrille Persönlichkeiten ist.

Ich finde auch, dass ein Genderkongress die Gefühle und Bedürfnisse von Männer berücksichtigen muss und ich finde, dass wir als Vertreter von Kinderinteressen weder pro- noch antifeministisch auftreten dürfen. Als Kinderlobby verteidigen wir das Recht des Kindes auf beide Eltern selbstverständlich bei Bedarf gegenüber Feminismus, Maskulismus (äh sorry, Femi-ni-ni-ni-ni-smus und Masku-li-ni-ni-ni-ni-smus), Pegida, Antifa, DFB Funktionären, Profifußballern, Ultras und Hooligans, Gewerkschaftsbossen und Gewerkschaftsmitgliedern, Pflegefachkräftinnen, Lehrerinnenn und Erzieherinnen, Christinnen, Heidinnen, Kommunistinnen und so weiter uns so fort.

Die Ein-Eltern-Familie ist kein Erfolgsmodell. Das Glück der Mutter macht das Kind krank. Ich muss Dir dazu nichts erklären, denn Du kennst Prof. Matthias Franz persönlich.

Wir werden uns also nicht in die von Dir vorgesehenen Schubladen stecken lassen. Wir sind ein Familienverband und haben die gleiche Klientel wie die Obdachlosenhilfe und die Frauenhäuser. Menschen, die am Ende sind. Menschen, die am Ende der Beratungskette angekommen sind. Das lassen wir uns nicht vorwerfen sondern verdienen für unsere Drecksarbeit vor Ort höchsten Respekt und Anerkennung und fordern Respekt und Anerkennung auch ein!

Mit verwundertem Gruß,

Hartmut

 

Hier der Artikel aus der Stadtrevue. Das arme Mädchen hatte gerade ihr Studium abgeschlossen und Du hast sie für Deine Zwecke instrumentalisiert. Schäme Dich.

http://vafk-koeln.de/sites/default/files/file/dateien/Gesternkamp/201808...

 

Reaktionen aus dem Netz (Autoren sind der Redaktion bekannt):

"O

ffensichtlich darf der VAfK alles tun und lassen, sofern es von Gesterkamp gutgeheißen wird. Wenn man sich vorstellt, welcher Aufschrei durch die Frauenverbände gingen, wenn ähnlich über den VAMV "berichtet" würde: Das gesamte bisher verbrauchte Ohropax würde nicht ausreichen, um auch nur eine etwas geringere Phonzahl zu erhalten.

 

Aber das Schoßhündchen Gesterkamp bellt eben immer weiter - lasst ihn, dann kann er wenigstens keinen anderen Unsinn verbreiten!"

 

 

"Im Väteraufbruch engagieren sich ca. 15 - 20% Frauen. Wenigstens 30 % der Mitglieder haben einen Migrationshintergrund.

 

 

Es ist auffallend, dass Menschen mit Migrationshintergrund durch Jugendamt und Justiz besonders stark benachteiligt und besonders häufig von Rechtsbeugung durch das herrschende System betroffen sind. Auch für diese Menschen ist der Väteraufbruch für Kinder die einzige Anlaufstelle weit und breit die wirklich konkrete Hilfe leistet.

Das hätte Frau Schindler bei auch nur oberflächlicher Recherche wissen müssen."

 

 

 

 

"Einen so schlecht recherchierten Artikel wie in der letzten Ausgabe habe ich allerdings noch nicht gelesen. Die ausgewiesen feministische Autorin Philippa Schindler hat hier einen recht einseitigen Job gemacht. Statt beim Väteraufbruch für Kinder mal kurz anzurufen und eine Stellungnahme einzufordern, wird lediglich Bildmaterial per Email erbeten. Haben Sie sich jemals mit den betroffenen Menschen (und ihren Schicksalen) die diese Selbsthilfegruppe betreiben oder nutzen auseinander gesetzt? Ein Armutszeugnis.

 

 

Nicht die Väterbewegung rückt wichtige Themen in eine negative Ecke, es sind Journalisten wie Frau Schindler und Menschen wie Herr Gesterkamp, die ohne Belege den Väteraufbruch als rechtsradikal darstellen und verunglimpfen. Hätte Frau Schindler umfassend recherchiert, wäre ihr aufgefallen, dass sich der Väteraufbruch für Kinder Köln in der Vergangenheit u.a. deutlich von der AfD distanziert hat.

Es ist bedauerlich, dass die Stadtrevue die Arbeit des Väteraufbruch für Kinder Köln e.V. - an den sich jährlich mehrere hundert Hilfesuchende allein in Köln wenden - durch schlechten Journalismus behindert."

 

 

 

"http://www.taz.de/Archiv-Suche/!5501111&s=THOMAS%2BGESTERKAMP&SuchRahmen=Print/

 

Setzt sich für Bundesforum Männer ein, übersieht jedoch, dass die AfD sich GEGEN das Wechselmodell im Bundestag ausgesprochen hat."

 

 

"Dieser Artikel erschien in Ausgabe 45/2017 vom 09.11.2017 und heute aufder Website unter dem Link
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/eine-woche-mama-eine-papa

 

 

Eine Woche Mama, eine Papa

Getrennt leben mit Kindern – aber wie? Neue Ideen sollen alte Holzschnittlösungen ersetzen

Thomas Gesterkamp
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag
|Ausgabe 45/2017<https://digital.freitag.de/#/ausgabe/45-2017>"

 

 

"Lügen haben kurze Beine:
"Doch noch immer ermitteln die Behörden zehntausendfach pro Jahr wegen Verletzung der Unterhaltspflicht ..."

Im Jahre des Herrn 2014, waren es 1249 deutsche Männer, die verurteilt wurden:
https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Rechtspflege/Strafve...

Da muss man schon tief in die Absinth-Flasche gucken, um daraus Zehntausend zu fabulieren."

 

"Nicht nur die Femimistinnen lügen das sich die Balken biegen die meisten Frauen/Mütter tun dies nur um sich zu rächen und die Kinder im Streitfall für sich ALLEINE in BESITZ zu nehmen.
Und dies auch noch ganz legetim und mit dem Segen dieses Staates!

Es kotzt mich mittlerweile so was von an wenn ich das Wort "Unterhaltspflicht" nur lese!
Die Liebe zu einem/meinem Trennungskind-/der kann man(n)/(frau) nicht durch oder mit GELD ersetzen.

Was ist denn mit dem "Umgangsboykott" der tagtäglich von tausenden "alleinerziehenden" Müttern in diesem Land praktiziert und vollzogen wird?!
DAS wird NICHT strafrechtlich geahndet bzw. hat keine Folgen für diese KRANKEN Mütter.
Ich weiß nur zu gut von was ich hier schreibe das kannst Du mir glauben.
Aber immer schön auf der "Unterhaltspflicht" rumreiten damit bloß der STAAT/Steuerzahler nicht für diese Mütter aufkommen soll/muss.
Das System ist so was von kaputt,irrwitzig und zudem mehr als ungerecht/ungleich.
Und nicht nur in Bezug auf das Umgangsrecht sondern auch im Steuer-und Sozialrecht.

Man(n) könnte den Eindruck gewinnen das Familienrecht kennt nur "ein" Geschlecht und das ist ausschließlich "weiblich" bzw. Mutter."

 

"Gesterkamp ist ausgesprochen böswillig und bezeichnet MANNdat, Agens, Forum Soziale Inklusion, Trennungsväter, Interessengemeinschaft Jungen Männer Väter und den VafK Köln regelmäßig als "Frauenhasser", "Antifeministen", "Maskulinisten", "rechtspopulistisch" und "rechtsradikal". Uns wird auch die Nähe zur AfD unterstellt. Dieses perfide Spiel des Wolfs im Schafspelz betreibt Gesterkamp seit mindestens 2012.

Gesterkamp ist „der Waffenlieferant“."

 

"Der Wahn von der Machtergreifung der Frau

Männerrechtler wildern getarnt in linken und liberalen Milieus, füttern aber die rückwärtsgewandte geschlechterpolitische Programmatik der AfD.
Von Thomas Gesterkamp
 25.03.2017
  / Lesedauer: ca. 4.5 Min.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1045940.der-wahn-von-der-machte...

"Ist Thomas Gesterkamp ein Verschwörungstheoretiker?
Thomas Gesterkamp hat erst kürzlich im Print- und Online-Medium Neues Deutschland eine Buchbesprechung vorgenommen. Nach der Lektüre frage ich mich: Ist Thomas Gesterkamp ein Linksextremist, dem Wahn verfallen und/oder ein Verschwörungstheoretiker?
https://man-tau.com/2017/04/02/ist-thomas-gesterkamp-ein-verschwoerungst...

 

"Thomas Gesterkamp ist mit seiner antimaskulinistischen Haltung aus seiner Sicht einfach auf der besseren und mächtigeren Seite und als Journalist kann er einfach nicht anders denken als in ideologischen Konstellationen. Für Ihn wie für die meisten Journalisten gibt es kein "normales" Denken, wie wir Normalos das haben, sondern auf seiner Ebene ist alles strategisch. Daraus erwächst die Neigung, alles entweder Schwarz oder Weiss, entweder Gut oder Böse und in Lager aufgeteilt zu sehen und jedwede Äusserung in diese Kategorien einzuordnen. Das empfinde ich, wenn ich seine Artikel so lese.

Er lebt ja davon und schreibt fleißig für TAZ, ND u.a. Es ist ja auch pikant und macht ihn interessant, nun als Mann für Frauenideologien und gegen Männer zu schreiben. Auf der anderen Seite gibt es das ebenso wie etwas Birgit Kelle, die als Frau und Journalistin den Feminismus angreift ("Dann mach doch die Bluse zu") und sich auch ihren Platz im medialen Geschehen geschaffen hat."

 

"Durch Genderama <http://genderama.blogspot.de/> bin ich auf den Artikel
"Getarnte Antifeministen"
<http://www.taz.de/Debatte-Strategien-der-Maennerrechtler/%215455566/>
von Thomas Gesterkamp aufmerksam geworden."

 

"bezugnehmend auf Gesterkamps in Genderama angerissenen aktuellen Verriß der Männerbewegung (http://genderama.blogspot.com/2009/06/taz-verreit-befreiungsbewegung-fur...) fällt mir nichts mehr ein. Derselbe hat sich auf dem Väterkongreß im Lichte der Engagierten gesonnt. Und hier wiedermal ein Verriß dieser Unermüdlichen? Wer ist dieser Mann?"

 

"Ich bin ja nach dem Väterkongress mit Thomas Gesterkamp zusammen im Auto nach Hause gefahren. Der Mann ist Publizist, insofern muss er verkaufen, was publizistisch ist… Thomas Gesterkamp ist ein nicht ganz so schnell zu greifender Charakter. Der hat seine verschmitzten Züge.

Er hat im Auto gesagt: „Es gibt doch keinen schöneren Lohn, als wenn über eine Veröffentlichung kontrovers diskutiert wird.“

 

"Ich kann mir richtig vorstellen, wie der jetzt alle fünf Sekunden die „AKTUALISIEREN“-Taste seines Browsers drückt, um zu sehen, wie sich die Meute gegenseitig um „den frischen Markknochen“ zerreißt…

Ich würde dringend empfehlen, das sportlich zu sehen."

 

"Nach all den Jahren habe ich den Eindruck gewonnen, dass es zwei Gruppen von Menschen gibt, die sich der Vater-Kind-Problematik zuwenden. Die eine sind die betroffenen Väter, die um ihre Kinder trauern und verrückt werden, weil sie keinerlei Zugang zu Pflege und Erziehung ihrer Kinder haben, wie es ihnen durch das Grundgesetz zugesichert ist und zusätzlich durch nicht erbringbare Unterhaltsleistungen an den Rand ihrer Existenz gebracht werden. Sie sind nicht in der Lage, sich dagegen zu wehren oder mangels Ausbildung fachlich etwas dazu beizutragen, die Situation auch politisch zu verändern.

Die zweite Gruppe sieht von außen das Unrecht und versucht, hier mit den ihnen gegebenen fachlichen Mitteln die Situation zu beschreiben, um durch die Analysen etwas zu verändern. Ihnen fehlt jedoch die eigene Betroffenheit, das, was bei den betroffenen Vätern überschäumt.

Das soll keineswegs beleidigend sein, im Gegenteil, beide Formen haben ihre Berechtigung. Doch das ist eben nicht ausreichend. Es soll damit nur pointiert anreißen, weshalb meines Erachtens eine wirksame Veränderung noch nicht möglich ist, nachdem ich zahlreiche Interviews zu diesem Bereich gegeben habe, was sich auch in zahlreichen Medienausstrahlungen, teilweise rund um die Welt, gezeigt hat. Vielfach werden die Medienberichte noch als "Mann beißt Hund" aufgefasst, wobei ich auch viele Journalisten kennen gelernt habe, denen die Darstellung des Unrechts und der Menschenrechtsverletzungen, die es ja sind, am Herzen lagen. Viele sind deswegen gekommen, weil sie in ihrem Umfeld ein solches Drama miterlebt haben und erst dadurch darauf aufmerksam geworden sind.

Beide Gruppen haben noch kein Miteinander gefunden, weil sie noch eine unterschiedliche Sprache sprechen. Hier gilt es anzusetzen.Vielleicht ist der Film von Douglas Wolfsperger ein Ansatz dazu.

Ob in der Forschung, in der Politik, in der Verwaltung, den Gerichten oder in den Medien: das Problem wird langsam erkannt, aber es gibt bisher keine ausreichenden Analysen, die durch die Dringlichkeit eine Änderung bewirken. Es ist schwierig, die Zerstörung der Persönlichkeiten wegen der derzeitigen Politik zu begreifen, andererseits ist es schwierig, ohne Vorkenntnisse und entsprechnde Ausstattung wirksam zu werden.  Die wenigen Personen, die bereits auf diesem Gebiet arbeiten und beides verbinden können, sind noch Rufer in der Wüste, die sich aufreiben und aufgerieben werden.

Wo anfangen? Hierfür gibt es noch kein Kochuch, doch schon einige Hinweise. Besonders sind mir die Gruppen im Auge, die bewusst in ihrer Stadt oder ihrem Kreis aktiv sind. Diese Aktivitäten sind jedoch vielfach durch den Bundesvorstand des VAfK in der Vergangenheit ausgebremst worden, so dass sie den Verein verlassen und etwas regional Wirksames aufgebaut haben. Das reicht viellecht, um vor Ort etwas Linderung zu schaffen. Das Grundübel ist dabei jedoch nicht behoben. Es reicht nicht aus, eine Cochemer Praxis, so wichtig sie ist und dass sie als die hervorragende Methode  derzeit umgesetzt werden soll,  zu praktizieren, wenn die Lebensbedingungen der getrennten Familien weiterhin von der Düsseldorfer Tabelle geprägt sind. Die Cochemer Praxis ist die Voraussetzung, dass Kindern die Eltern erhalten bleiben und den Eltern die Kinder. Wenn  die Kernzelle der Gesellschaft, die Familie, gleichgültig ob mit oder ohne Trauschein der Eltern, gesetzlich und richterlich auf Zerstörung angelegt ist, kann weiterhin nichts aufgebaut werden, was als Famileinerhalt zu beschreiben wäre.

Ein neues Familienbild muss her, dass mit den Grundrechten aus dem Grundgesetz übereinstimmt. Hierzu habe ich immer wieder etwas geschrieben. Die komplementäre Erziehung muss her, d.h. die Eltern sind auch nach ihrer Trennung mit all ihren Qualitäten den Kindern weiterhin zu garantieren, ohne wenn und aber. Nicht die Zahlung von Unterhalt macht einen guten Vater aus, sondern das, was er den Kindern an Bildung mitgeben kann, wobei Bildung nicht auf bloße Wissensvermittlung ausgerichtet ist.

An zwei Beispielen aus meiner eigenen Trennungsgeschichte möchte ich dazu hinweisen. Sie sind mir heute noch ein Rätsel. Sie zeigen aber, wie wichtig die Beeinflussung durch Vorbilder und Lernräume ist

Bei einer Vorbereitung zu einer Sendung was Väter ihren Söhnen mitgegeben haben, war ich mit meinem mittleren Sohn dabei, der inzwischen mit seinem Cafe "Doubleeye" Weltmeister für Cappuccino, Espresso und eine freie Kreation ist. Es ging um das Thema "Erziehung" und "Haushaltsführung". Das, was mein Sohn zu diesem Punkt sagte, war das, was ich mir mühsam in der zweiten Hälfte der 60-er Jahre in meiner Vaterrolle erkämpfen musste. Er schüttelte es locker flockig aus dem Ärmel.  Mein Sohn wurde im Alter von zwei Jahren von mir getrennt. Es gab nur noch regelmäßigen Umgang.

Das zweite war bei einem Besuch mein ältesten Tochter vor etwa drei Wochen, die von mir im Alter von vier Jahren  getrennt wurde. Der letzte Besuch bei mir von ihr lag 16 Jahre zurück.  Davor war er etwa 12 Jahre nahezu abgebrochen. Meine große Liebe war die Insel Öland in Südschweden. In den Jahren unseres Zusammenlebens waren wir mehrfach dort. Im Alter meiner Tochter von etwa sieben Jahren wurde mein Ferienhaus von der Mutter verkauft. Danach war sie wohl nur noch sporadisch dort. Aber die Liebe zu dieser Insel mit all den wunderschönen Erlebnissen und Eindrücken herrschte fort. Als ich sie nun nach etwa 16 Jahren wieder besuchte, kam diese Sehnsucht bei ihr und mir wieder hoch. Sie hatte aufgrund meiner Liebe zu dieser Insel diese übernommen, wovon ich nichts wusste.

Wenn es uns gelingt, ein neues Vaterbild zu entwerfen und auszupobieren, ohne auf die Forderungen der Mütter zu hören und die Definitionsmacht für ein männliches Rollenbild den Frauen und Müttern unserer Kinder weiterhin als Richtschnur zu nehmen, weil wir den Fauen gefallen wollen, gewinnnen wir das damit eher, als wenn wir als Männer und Väter Socken stricken oder Gläschen für die Kinder erwärmen. Geeignete Socken kann man kaufen und irgend ein Koch aus unseren Reihen wird es wohl schaffen, ein Kochbuch für Väter zu schreiben, das einerseits etwa 10 bis 20 Grundrezepte jeweils für Vorspeisen, Suppen, Hauptgerichte, Salate, Nachspeisen und Feste, die es abzuwandeln gilt, zu verfassen und dabei ein wenig Ernährungslehre darin unterzubringen. (Köche aus unseren Reihen: Ich erwarte es zu Weihnachten in den Auslagen der Buchhandlungen!  Hinweise auf das, was es beinhalten sollte, gebe ich auf Anfrage gerne, ebenso bin ich zu einer Rezension bereit.)

Betroffenheit lähmt. Das ist ein Grund für die geringe Kraft, die viele von uns haben, wenn es um die Durchsetzung der Forderungen nach einer gleichwertigen Erziehung und Pflege der Kinder geht. Die Machtlosigkeit aus der eigenen Unfähigkeit aus den Grenzen heraus, gegen die wir im öffentlichen Leben immer wieder stoßen, ist ein Grund dafür. Ein anderer, der jedoch mit Arbeitsstrukturen in den örtlichen Gruppen zu tun hat, ist der, dass keine Fachkenntnisse vorhanden sind. Doch diese kann man sich aneignen .Als besonderes Beispiel muss ich efkir e.V. anführen, wo aufgrund einer gemeinschaftlichen Fortbildung eine umfassende Beratung und Begleitung gemacht wird, bei der die betroffenen Väter in die Umsetzung eingebunden werden. Damit erhalten sie Kompetenzen,die bei der Neugestaltung der Familie dringend erforderlich ist.

Vielleicht wäre das ein Weg,der mit Hilfe und in der Zusammenarbeit mit den Personen gelingen kann, die die fachliche Kompetenz haben, die Definition eines neuen Vaterbildes zu entwickeln, darzustellen und in der Bevölkerung umzusetzen."

 

"Thomas Gesterkamp stellt im Septermber 2008 die Männerrechtler von MANNdat in eine rechtsradikale Ecke. Im März 2009 tritt er beim Väteraufbruch auf und holt sich dort seinen Beifall ab. Und im März 2009 attackiert er engagierte Männerrechtler wieder scharf in der taz. Du empfiehlst dringend, das sportlich zu sehen, weil Gesterkamp verkaufen muss, was publizistisch ist, ein nicht so schnell zu greifender Charakter ist und seine verschmitzten Züge hat. Also im Klartext: Er greift Männerrechtler nicht aus ideologischer Überzeugung heraus an, sondern weil es ihm Geld bringt und er ein Opportunist ist. Und du glaubst vermutlich ernsthaft, das würde sein Handeln akzeptabler erscheinen lassen?

Weißt du, ich bin auch Publizist. Das gilt auch für andere aus unserer Autorengruppe. Wir könnten auch so "verschmitzt" sein, morgen der "taz" einen Artikel zu verkaufen, in dem wir erklären, dass wir inzwischen zu der Einsicht gelangt sind, Teile der Väterbewegung stünden weit rechtsaußen, und deshalb sei es dringend geboten, sich davon zu distanzieren. Dann säßen wir vermutlich auch bald an den Fleischtöpfen der Heinrich-Böll-Stiftung, des Frauenministeriums und so weiter. Wenn ich deiner Logik folge, könnten wir bei diesem Verhalten auf dein volles Verständnis zählen, denn erstes müssen wir ja verkaufen, was publizistisch ist, und zweitens gibt es ja nichts schöneres, als wenn über eine Bewegung kontrovers diskutiert wird. Vermutlich könnten wir danach sogar immer noch Vorträge beim Väteraufbruch halten.

Weißt du, ich hatte für solche Wendehälse schon nach dem Ende der DDR wenig übrig. Manche Leute waren vor 1989 die überzeugtesten Anhänger des Sozialismus und nach 1989 eigentlich schon immer dagegen gewesen. Einige von ihnen haben es mit dieser Masche sogar geschafft, in einer weit besseren Position zu sein, als die weit weniger "verschmitzten" Leute, die blöd genug waren, in den späten achtziger Jahren die ersten zu sein, unter immensem persönlichen Risiko das damalige System kritisierten. Die Wendehälse waren eben nicht so dumm wie wir, sondern pfiffig genug, darauf zu achten, in welcher Gesellschaft auch immer selbst oben zu schwimmen. Das muss man eben "sportlich sehen". Sorry, ich habe für die Gesterkamps dieser Welt nur Verachtung übrig."

 

"Jeder kennt doch mittlerweile diese Attacken. Da
sind sich doch Thomas Gesterkamp (TAZ) und Ellen Kositza (Junge
Freiheit) Bruder und Schwester im Geiste.

Laßt doch dem Gesterkamp seine Verschwörungstheorie, die überall "rechtsradikale Schläfer" zu erkennen glaubt. Laßt der Kositza ihre panische Angst vor angeblichen "stalinistischen Umerziehungsversuchen". Beide sind Zündler im Geschlecherkrieg. Und Kriegsgewinnler. Nicht mehr. Für alle Bemühungen um eine gleichberechtigte Elternschaft und die Umsetzung der Menschenrechte von Kindern auf eine gelebte und erlebte Beziehung zu beiden Eltern, sind sie alle beide ziemlich schädlich. Familie und die Beziehungen von Kindern zu ihren Eltern und umgekehrt liegen jenseits dieser ideologischen Grabenkämpfe. Menschenrechte kennen kein links oder rechts. Da gibt es nur Befürworter und Gegner."

 

"Jeder kennt doch mittlerweile diese Attacken. Da sind sich doch Thomas Gesterkamp (TAZ) und Ellen Kositza (Junge Freiheit) Bruder und Schwester im Geiste.

Laßt doch dem Gesterkamp seine Verschwörungstheorie, die überall "rechtsradikale Schläfer" zu erkennen glaubt. Laßt der Kositza ihre panische Angst vor angeblichen "stalinistischen Umerziehungsversuchen". Beide sind Zündler im Geschlecherkrieg. Und Kriegsgewinnler. Nicht mehr. Für alle Bemühungen um eine gleichberechtigte Elternschaft und die Umsetzung der Menschenrechte von Kindern auf eine gelebte und erlebte Beziehung zu beiden Eltern, sind sie alle beide ziemlich schädlich. Familie und die Beziehungen von Kindern zu ihren Eltern und umgekehrt liegen jenseits dieser ideologischen Grabenkämpfe. Menschenrechte kennen kein links oder rechts. Da gibt es nur Befürworter und Gegner."
 

 

 

 

 

 

 

Originaltext der Väterinfo: 

Thomas Gesterkamp: "Väter auf Abwegen"

taz. die tageszeitung
vom 6. 9. 2018
meinung + diskussion
S. 12

Der „Väteraufbruch für Kinder“, einst ein progressiver Interessenverband, hat sich von den Zielen seiner Gründungszeit weit entfernt

Vor 30 Jahren kam ein gutes Dutzend Väter im Naturfreundehaus Köln-Kalk zusammen. Zentrales Thema war die weitgehend rechtlose Situation von Männern in gescheiterten nichtehelichen Partnerschaften. Nach der Trennung hatten sie Schwierigkeiten, ihre Kinder zu sehen und zumindest ein Umgangsrecht durchzusetzen. Eingeladen hatte der Stuttgarter Gewerkschafter Werner Sauerborn. Der bundesweit tätige Verein erhielt den Namen „Väteraufbruch für Kinder“ (VafK), heute ist er eine der größten männerpolitischen Organisationen mit rund 3.000 Mitgliedern.

Die Fluktuation war stets hoch: Viele Väter kommen bei akuten Problemen und gehen, sobald sie diese gelöst haben. Das Bild ist ist also sehr heterogen. Andere Selbsthilfegruppen wie der VAMV (Verband Alleinerziehender Mütter und Väter), dem überwiegend Mütter angehören, begegnen dem Väteraufbruch von jeher mit Vorbehalten. Auch frauenpolitische Initiativen sind wegen des oft undiplomatischen öffentlichen Auftretens von VafK-Mitgliedern skeptisch. Der Väteraufbruch als Ganzes war jedoch nie antifeministisch orientiert, auch wenn es früh männerrechtliche Strömungen gab.

Direkt nach der Gründung 1988 bemühten sich die Aktivisten, ihr Themenfeld zu erweitern. Der Spagat zwischen Beratung für Betroffene und dem politischen Engagement zum Thema „Vereinbarkeit für Männer“ prägt die Vereinsarbeit immer noch. In den letzten Jahren ist jedoch eine thematische Engführung bemerkbar – und eine bedenkliche Nähe zu rechtskonservativen Positionen in einflussreichen Ortsverbänden.

2006 ließ sich der Schauspieler und Trennungsvater Mathieu Carrière in Berlin spektakulär ans Kreuz fesseln, stilisierte sich zum Opfer weiblicher Emanzipation. Furore machte einst auch das Buch „Die vaterlose Gesellschaft“ des Ex-/Spiegel-/Redakteurs Matthias Matussek, der später zum erzkatholischen Fundamentalisten konvertierte und inzwischen in rechten Blogs publiziert. Dabei hat sich juristisch in drei Jahrzehnten eine Menge getan. 1998 wurde das Kindschaftsrecht reformiert, seither gilt der Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge nach einer Trennung auch für nichteheliche Väter – vorausgesetzt, die Mutter stimmt zu. Gegen Letzteres klagte ein Betroffener bis zum Europäischen Gerichtshof und bekam Recht.

Kinder sind heute seltener als früher Faustpfand und Zankapfel in zerrütteten Beziehungen, die Lage nichtehelicher Väter hat sich deutlich ­verbessert. Mehr Paare finden nach der Beobachtung von Familienanwältinnen eine einvernehmliche Lösung oder wählen die Möglichkeit einer Mediation, statt vor Gericht zu ziehen.

Dennoch demonstrieren immer wieder Väterrechtler. Zuletzt rief im Juni 2018 die Kölner VafK-Gruppe unter dem Motto „Allen Kindern beide Eltern“ zu einer bundesweiten Kundgebung, an der etwa 100 Menschen teilnahmen. Sie forderten die gesetzliche Einführung des Wechselmodells als Regelfall. Die „paritätische Doppelresidenz“, bei der Trennungskinder hälftig bei beiden Eltern leben, wird von vielen Fachleuten befürwortet. Auch SPD-Justizministerin Barley unterstützte das Konzept im Wahlkampf, im Koalitionsvertrag steht dazu allerdings nichts. Im Bundestag profiliert sich damit nun die FDP-Fraktion.

Irritierend an der Kölner Kundgebung war der per Video auf der VafK-Webseite dokumentierte Auftritt von Fridi Miller. Mit Deutschlandfahne am Oberschenkel fantasierte die Rednerin in verschwörungstheoretischem Duktus über „organisierten Kinderhandel“, an dem sich angeblich staatliche Stellen wie Jugendämter und Familiengerichte beteiligten. Miller ist eine schillernde Figur. Sie kandidierte in Baden-Württemberg mehrfach als parteilose Bürgermeisterin und wollte in Sindelfingen als Einzelkämpferin in den Bundestag, um die Kanzlerin zu stürzen. Mediales Aufsehen erregte sie, als sie in Günther Jauchs Quiz-Show 32.000 Euro gewann und sich einen Porsche kaufte, den sie mit „Merkel muss weg“-Parolen beklebte.

Was hat diese Frau auf einer Protestaktion des Väteraufbruchs zu suchen, warum kommt sie dort exponiert zu Wort? Der Bundesvorstand argumentiert stets, der Verband sei dezentral aufgebaut, die Ortsgruppen agierten unabhängig. Ein seltsames Verständnis von Verantwortung, schließlich kann jede Organisation per landesweiter Mitgliederversammlung entscheiden, was geht und was nicht. Hinzu kommt: Der Väteraufbruch ist Teil des Bundesforums Männer, des vom Familienministerium geförderten Dachs der männerpolitischen Initiativen. Auf der Kölner Demonstration aber waren direkt neben dem VafK-Logo vor dem Podium Plakate der „Interessengemeinschaft Jungen-Männer-Väter“ platziert. Die „IG-JMV“ ist eine maskulinistische Reaktion auf das moderat auftretende Bundesforum. Sie beteiligt sich an sogenannten „Gender-Kongressen“, die faktisch Anti-Gender-Veranstaltungen sind und bei denen das Thema Scheidungsväter eine wichtige Rolle spielt. Zwei Tagungen dieser Ausrichtung fanden bisher in Nürnberg statt, die nächste ist 2019 in Köln geplant. An der Vorbereitung beteiligt: der lokale Kreisverein des Väteraufbruchs.

Im Bundesforum Männer hält man die VafK-Spitze für einen „zahnlosen Tiger“, der die teils verbitterten und radikalisierten Väterrechtler nicht überall im Griff habe. Einem steuerfinanzierten Verband kann es aber nicht egal sein, wenn heikle Positionen in den Ortsgruppen eines Mitglieds vertreten werden – erst recht nicht, wenn diese mit der Konkurrenz gemeinsame Sache machen. Schon die Aufnahme des Väteraufbruchs in das Bundesforum war einst intern umstritten. Erst als problematische Links zu antifeministischen Seiten auf der Homepage entfernt wurden und der Vorstand einen geschlechterdialogisch orientierten Kurs zusicherte, sprach sich eine Zweidrittelmehrheit für  den Beitritt aus. Angesichts fragwürdiger Aktivitäten auf regionaler Ebene sollte diese Entscheidung überprüft werden.
 

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