Warum eine Demo?

Es gibt ein paar Zauderer, die meinen, wir müssten uns für alles erklären und dafür sorgen, dass man uns bloß nicht missversteht. Das kann eine Demo nicht leisten, dafür sind Fachtagungen und ähnliche Informationsveranstaltungen zuständig. Stoppt TTIP versteht auch niemand, der nicht weiß, worum es geht, oder AKW Nein Danke, Stuttgart 21, Pegida und Antifa. Eine Demo vermittelt nichts, sondern bringt Gleichgesinnte zusammen. Eine Demo soll aufrütteln, Interesse wecken und Diskussionen auslösen. Deswegen funktioniert eine Demo auch nicht ohne die Verbreitung von Hintergrundinformation - und davon gibt es ja mittlerweile reichlich.  

Für die anstehende Demo sammeln wir auch wieder Spenden. Vielen Dank an alle Spender. Wir werden die Spendengelder nicht zweckentfremden, um einen Schmusekurs mit den Passanten zu fahren, damit sie uns wie beim Karneval zuwinken. Denn wenn die Passanten nach Hause gehen und erzählen, wie schön und freundlich die Demo war, werden sie allenfalls ein "Ach wie nett" ernten. Gehen sie aber nach Hause beklagen sich, wie unüberhörbar Väter ihre Rechte einfordern, besteht die Chance, dass jemand widerspricht und sagt, "Wieso, die haben doch recht!" Erst dann lösen wir eine Diskussion aus. Unzumutbare Beleidigungen und Krawalle werden wir dagegen auch in den eigenen Reihen blitzschnell und konsequent beseitigen. Diesbezüglich werden wir in Bezug auf Beleidigungen konsequenter handeln als bei der ersten Demo. Krawalle gab es in der Väterszene sowieso noch nie. Ebenso gab es auf Veranstaltungen der Väterbewegung nie Alkoholprobleme. Die Frauen haben seinerzeit Tomaten geworfen, nichtmal das habe ich bisher von Vätern erlebt. Also können wir entspannt bleiben und unsere Gefühle und Bedürfnisse ausgelassen ausleben, ohne befürchten zu müssen, dass es eskaliert.

Im Newsletter KW36 habe ich ausführlich die unterschiedlichen Aufgaben von Lobbyarbeit, politischer Arbeit, persönlicher Betroffenheit, gesellschaftlicher Aufklärung und wissenschaftlicher Arbeit beleuchtet. Eine Demo gehört, ebenso wie ein Streik, in die Kategorie "politische Arbeit". Die Sacharbeit leistet unser Verein in Köln und NRW seit vielen Jahren mit umfangreicher Diplomatie in der Lobbyarbeit, Hilfe zur Selbsthilfe in der persönlichen Betroffenheit, niederschwelliger Wissensvermittlung in der gesellschaftlichen Aufklärung und breiter Unterstützung wissenschaftlicher Arbeit. Wir gehen in den Jugendämtern ein und aus, sitzen in Arbeitskreisen und publizieren auf allen Ebenen.

Die erste Demo "Allen Kindern beide Eltern" am 11.06.2016 hat die Lücke der fehlenden politischen Arbeit in der Väterbewegung seit über 30 Jahren erfolgreich gefüllt. Die Demo und der Genderkongress 2015 in Nürnberg haben ihre Wirkung gezeigt: Es folgten sieben Einladungen in den Bundestag, zwei Einladungen in den Landtag sowie eine Einladung zum Bundesforum Männer und eine vom Bundesforum Männer geförderte Fachveranstaltung. Das Rundum-Sorglos-Paket für Väterarbeit auf allen Ebenen, das letztendlich den von Entfremdung und Vaterlosigkeit bedrohten Kindern zugutekommt, ist hier in Köln damit komplett. Weitere Städte müssen folgen. Alleinerziehende Mütter gibt es in allen politischen und soziologischen Lagern. Für alle diese Kinder fordern wir, dass der Kontakt zum Vater nicht verloren gehen darf.

Das meinen wir auch keineswegs verbissen, verfolgen es aber konsequent, denn es geht um die Zukunft unserer Kinder. Wir sind kölsche Jungs. "Unsere Toleranz, unsere mediterrane Art, diese Lebens- und Genussfreude, gepaart mit einer gewissen Laissez-faire-Haltung, stoßen bei anderen Deutschsprachigen oft auf völliges Unverständnis." (Huffington Post) Denn der Rheinländer lebt nach den Grundsätzen, "Et es wie et es", "Et kütt, wie et kütt" und "Et hätt noch immer jot jejange" (Kölsches Grundgesetz). Ich freue mich auf euch und auf die Demo, das wird wieder ein riesen Spaß.