Das Logo des Väteraufbruch für Kinder Kreisverein Köln e.V.

Beratung für Eltern bei Problemen mit Sorgerecht, Umgangsrecht, Jugendamt

Allen Kindern beide Eltern!
Werde aktiv
Workshop am 15.06.2019
Verfahrensrecht an Beispielen zum Sorgerecht

Hamburg, 29.01.2019 - Von Sylvia Canel

Dr. Roland Rehmet, geboren am 30. August 1966 in Sydney, Australien. Väteraktivist, Blauer Weihnachtsmann und Mitglied der FDP. Innerhalb der Partei war er Vorkämpfer für ein modernes Kindschaftsrecht, das Vätern gleiche Rechte und gleiche Pflichten wie Müttern zubilligt und Kindesentzug regelhaft unter Strafe stellt.

Traurige Berühmtheit erlangte er durch seinen Freitod. Dabei begann für Roland das Leben aussichtsreich. Als promovierter Chemiker war er Mitbegründer der polyMaterials AG, einem erfolgreichen Unternehmen für die Entwicklung und Produktion von Spezialpolymeren. Innovationspreisgewinner. Die Bekanntschaft mit einer Frau, die mit großer Liebe begann, endete jedoch mit einer Trennung und einem gemeinsamen Kind.

Roland wollte seine Tochter sehen, betreuen und Zeit mit ihr verbringen, ein liebevoller Vater sein. Doch daraus wurde nichts. Er gab seinen Beruf auf, um seiner Tochter nach Hamburg zu folgen, wollte ein Umgangsrecht, musste sich gegen ungeheuerliche Vorwürfe und Klagen vor Gericht wehren, auf Gutachten folgten Gegengutachten, unzählige Termine beim Jugendamt, immer neue Klagen vor dem Amtsgericht, vor dem Oberlandesgericht, vor dem Bundesverfassungsgericht und vor dem Europäischen Gerichtshof.

Zuletzt gab es für Roland keine berufliche und keine private Perspektive mehr, er war nur noch mit den Gerichten beschäftigt. Er beantragte Hartz IV, lief Gelegenheitsjobs hinterher, wurde depressiv - sein Kampf gegen die Windmühlen der Gerichtsbarkeit hat seine ganze Kraft gekostet bis er am Abend, dem 28. Januar aufgab, einige Sachen packte, seinen letzten Willen aufschrieb und in den frühen Morgenstunden des 29. Januars 2014 freiwillig aus dem Leben schied.

Sein Kampf war nicht umsonst.

Innerparteilich wurden in der FDP zahlreiche Beschlüsse gefasst, die Rolands Handschrift tragen.

Wir sind gespannt, ob die FDP jetzt im Bundestag diese Beschlüsse vorantragen wird.

Helft mit.

Engagiert euch und zeigt weiterhin, dass jedes Kind Mutter UND Vater braucht.

--

Sylvia Canel ist Gymnasiallehrerin aus Hamburg und war Dr. Rehmet in Freundschaft verbunden. Aktuell ist sie Bezirksabgeordnete in der Bezirksversammlung Hamburg-Wandsbek (ca. 450000 Einwohner).

Sie war von 2002 bis 2014 FDP-Politikerin, von Oktober 2009 bis Oktober 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und von April 2012 bis Anfang September 2014 Landesvorsitzende der FDP Hamburg.

Sylvia Canel setzte sich frühzeitig für die Beseitigung der Schieflage im Kindschaftsrecht ein und gilt neben Dr. Rehmet als wesentliche Initiatorin der aktuellen Reformvorschläge der FDP, auch bereits in der 17. Legislaturperiode, wo sie zur damaligen Reform wie folgt Stellung nahm, vgl. http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/17/17219.pdf#P.27292:

"Eheliche und nichteheliche Kinder haben einen Anspruch darauf, dass ihre Väter und Mütter gleichermaßen Verantwortung über ihr Leben übernehmen. Deshalb sollen die bisher geltenden Rechte von ledigen Vätern deutlich verbessert werden.
Das ist nicht nur meine persönliche Auffassung, sondern auch die klare politische Haltung der FDP-Bundestagsfraktion.
Die Stärkung des Sorgerechts insbesondere bei außerehelich geborenen Kindern ist aus meiner Sicht bereits
von Geburt an sicherzustellen. Denn beide Elternteile, unabhängig von dem Familienstand, sind dazu verpflichtet, im Sinne des Kindeswohls zu handeln. Dies kann nur gewährleistet werden, wenn künftig die Väter das Recht bekommen, ihre Fürsorge und Sorgepflicht bereits von Geburt an ausüben zu können. Bereits 2009 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Sorgerechtsregelungen, die in Deutschland vorherrschen, als menschenrechtswidrig deklariert.
Die Begründung beruft sich auf die Unterscheidung zwischen ehelichen und nichtehelichen Neugeborenen. Demzufolge werden Neugeborene von nicht verheirateten Paaren deutlich benachteiligt, da es keine klare Regelung des gemeinsamen Sorgerechts gibt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erstellte jedoch einen klaren Forderungskatalog bezüglich der Neuregelung des gemeinsamen Sorgerechts bei nicht verheirateten Elternpaaren. Beispielhaft sei in diesem Zusammenhang auch auf die UN-Kinderrechtskonvention verwiesen. Hier heißt es, dass alle Kinder das Recht besitzen, von beiden Elternteilen gleichermaßen erzogen zu werden, unabhängig von dem Familienstand der Eltern. Die Neuregelung des gemeinsamen Sorgerechts von nichtehelichen Neugeborenen wird durch den vorliegenden Gesetzentwurf vereinfacht und nimmt Rücksicht auf die moderne Form der Beziehung. Dementsprechend
soll ein Vater, der seine Vaterschaft bereits anerkennt, auch das Recht bekommen, sich um sein Kind zu sorgen
und zu kümmern. Sollte es zum Streit der Elternteile kommen, wird ein Gericht im Sinne des Kindeswohls
entscheiden. Jedoch sollte meiner Ansicht nach der Vater dieses Recht bereits mit der Geburt des Kindes erhalten.
Einen anderen Weg erachte ich als eine Diskriminierung des Kindsvaters. Vor diesem Hintergrund soll die Reform der elterlichen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern weiter vorangebracht werden und um einen Punkt erweitert
werden. Väter sollen bereits von Geburt das Recht erhalten, sich ihrer Verantwortung zu stellen und sich gleichermaßen um das Kind zu kümmern. Diese Forderung ist zum Wohle des Kindes."