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Beratung für Eltern bei Problemen mit Sorgerecht, Umgangsrecht, Jugendamt

Montag, 2. Juni 2014 - 17:00 - 21:30, LVR, Horion-Haus, Köln Deutz

In 10 Jahren 1,5 Millionen neue Trennungskinder

Täglich gibt es in Deutschland 400 neue Trennungskinder. 400 multipliziert mit 365 Tagen ergibt pro Jahr knapp 150.000 Trennungskinder. Das ergibt in zehn Jahren knapp 1,5 Millionen neue Trennungskinder. Davon werden ca. 40%, also knapp 600.000, nach zwei Jahren einen Elternteil verlieren.

Eine große Herausforderung

Die hohe Anzahl der Trennungskinder stellt eine immense Herausforderung für unsere Gesellschaft dar. Die möglichen psychischen Schäden durch den Verlust eines Elternteils sind mittlerweile wissenschaftlich bestätigt. Herr Prof. Franz hatte auf unserer Fachtagung 2011 in seinem Vortrag – Wenn der Vater fehlt - berichtet.

Elternkonflikt

Konflikte in Bezug auf Umgangs- und Sorgerecht sind der Grund für das Aufsuchen des Familiengerichtes. Das Gericht beauftragt dann – manchmal auch mehrfach – in hochstrittigen Fällen Verfahrensbeistände, Umgangspfleger und Sachverständige und hört auch das Jugendamt an.

Resultierende Fragen

Was sind die Methoden und die Ergebnisse der Gerichtsverfahren? Und sind die vom Gericht auf Grund der Empfehlungen getroffenen Maßnahmen konfliktregulierend?

Die Fachtagung richtet sich an die Professionen (Richter, Rechtsanwälte, Verfahrensbeistände/Umgangspfleger, Sachverständige, Jugendamt, Beratung), Schulen, Kinderpsychotherapeuten, Eltern sowie sonstige Interessierte.

Referenten:

  • Dr. Ellen Lang-Langer (Kinderpsychotherapeutin) 
  • Jürgen Rudolph (Rechtsanwalt, Familienrichter a.D.)
  • Andreas Hornung (Richter am OLG Hamm)

Gäste

  • Dr. Walter Andritzky, Düsseldorf
  • Prof. Dr. jur. Hildegund Sünderhauf, Nürnberg

Moderation: Arnd Henze, ARD Hauptstadtstudio Berlin

Programm

17:00 Uhr

Begrüßung und Einführung

Rigo Trautmann (VafK Köln)

17:30 Uhr

Dr. Ellen Lang-Langer

Die innere Welt des Kindes im Trennungskrieg der Eltern

18:15 Uhr

Jürgen Rudolph

Der Umgang mit dem Umgang

19:00 Uhr

Pause
Imbiss

19:30 Uhr

Andreas Hornung

Interdisziplinäre Zusammenarbeit des Familiengerichts mit der öffentlichen und freien Jugendhilfe – Lösungsmöglichkeiten im Elternstreit, insbesondere zugunsten betroffener Väter, am Beispiel der Warendorfer Praxis.

20:15 Uhr

Podiumsdiskussion
Referenten, Gäste

21:25 Uhr

Ausblick

Dr. Ellen Lang-Langer

Die innere Welt des Kindes im Trennungskrieg der Eltern

Seit über 15 Jahren ist Dr. phil. Dipl.-Päd. Ellen Lang-Langer als analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin in eigener Praxis in Frankfurt tätig. Daneben ist sie Dozentin, Supervisorin und seit mehr als 10 Jahren Leiterin des Ausbildungsbereichs am Institut für Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (Anna-Freud-Institut) in Frankfurt. Sie ist Gutachterin der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Veröffentlichungen

  • Spielraum und Rahmen - Abstinenz und Agieren in der psychoanalytischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Vandenhoeck & Ruprecht, 2014
  • Gut und Böse, Schuld und Unschuld - Die innere Welt von Trennungskindern. In: PAPA-YA Sonderedition 3: Bindungserhalt nach Trennung und Scheidung, Oktober 2013
  • Der Verlust des Vaters - Die psychoanalytische Behandlung eines fünfjährigen Jungen. In: PAPA-YA Sonderedition 2: Belastungsstörung bei Trennung und Scheidung, März 2013
  • Trennung und Verlust - Fallstudien zur Depression in Kindheit und Jugend. Brandes & Apsel, 2009
  • Warum eine Behandlung lange dauert. In: Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, 2008
  • Es wird gar nichts bleiben , Gedichtzyklus in drei Bänden, E-Book 2014, siehe www.eswirdgarnichtsbleiben.de

Internet: www.work-discussion.com

Jürgen Rudolph

Der Umgang mit dem Umgang

Jürgen Rudolph ist Gründer der „Cochemer Praxis“ und war Familienrichter in Cochem-Zell. Er war zusammen mit Anwälten, Jugendamt, Beratungsstellen und Sachverständigen an der Entwicklung dieser interdisziplinären Methode beteiligt.
Die „Cochemer Praxis“ ermöglicht es, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen, Lösungen zu finden, die dem Kindeswohl und letztendlich auch dem Elternwohl dienen. Das Ziel der „Cochemer Praxis“ ist, den Trennungs-/Scheidungskindern den Kontakt und die Bindung zu beiden Elternteilen zu erhalten.
Herr Rudolph hat eine Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Koblenz und ist bundesweit als Rechtsanwalt tätig. Er verfügt daher über einen repräsentativen Querschnitt zur Ist-Situation des Umgangs mit Familienkonflikten in Deutschland.
Jürgen Rudolph ist außerdem im Bereich der interdisziplinären Kooperation als Ausbilder und Dozent tätig.

Veröffentlichungen

  • Präventation statt Therapie – Ein Interview mit Rechtsanwalt Jürgen Rudolph. In: PAPA-YA Sonderedition 2: Belastungsstörung bei Trennung und Scheidung, März 2013
  • Du bist mein Kind – Die Cochemer Praxis – Wege zu einem menschlichen Familienrecht. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2007
  • Verändertes Denken – zum Wohle der Kinder. Festschrift – Nomos 2009

Internet: www.rudolph-ra.de

Andreas Hornung

Interdisziplinäre Zusammenarbeit des Familiengerichts mit der öffentlichen und freien Jugendhilfe – Lösungsmöglichkeiten im Elternstreit, insbesondere zugunsten betroffener Väter, am Beispiel der Warendorfer Praxis.

Andreas Hornung war 12 Jahre als Familienrichter beim Amtsgericht Warendorf tätig. Seit 2012 ist er Richter am 3. Senat für Familiensachen des Oberlandesgerichtes Hamm. Er gehört neben Wolfgang Rüting, dem Leiter des Kreisjugendamtes Warendorf, zu den Initiatoren der Warendorfer Praxis. Herr Rüting ergriff 2007 die Initiative und lud den Begründer der Cochemer Praxis, Herrn Jürgen Rudolph, zu einem Vortrag in den Kreis Warendorf ein.
Die Grundidee der Warendorfer Praxis ist, Sorgerechts- und Umgangsverfahren möglichst kindeswohlschonend und schnell mit einvernehmlichem Ergebnis der Eltern abzuschließen.
Hierfür haben im Frühjahr 2008 Vertreterinnen und Vertreter der vier Jugendämter, der drei Amtsgerichte, der drei Anwaltvereine sowie der freien Jugendhilfeträger, Beratungsstellen, Frauenhäuser und Verfahrensbeistände im Kreis Warendorf Standards für eine auf Freiwilligkeit basierende fallunabhängige Kooperationspraxis entwickelt. Diese wird seitdem in einem vierteljährlich tagenden Arbeitskreis inhaltlich fortgeschrieben.

Veröffentlichungen

  • Die Warendorfer Praxis – Interview mit Andreas Hornung. In: PAPA-YA, Mai 2013
  • Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt – Verfahrensabläufe nach der Warendorfer Praxis. In: Rüting, Wolfgang/Hornung, Andreas/Kaufhold, Birgit: Frühe Kindheit 2/2011, Kinder bei Trennung und Scheidung