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Beratung für Eltern bei Problemen mit Sorgerecht, Umgangsrecht, Jugendamt

Sindelfingen, 13.02.2019 - Von Johannes Fels

Am 13. Feb. 2019 fand die Sachverständigenanhörung zum Wechselmodell im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages statt.

Der CDU Abgeordnete Axel Müller aus Ravensburg macht keinen Hehl daraus, dass er das Wechselmodell ablehnt, obwohl erst Mitte Januar wieder ein Kind im Haushalt der Mutter starb, weil dem Vater der Zugang zu seinem Kind verweigert wurde. Dieses Kind könnte noch leben, wenn wir das Wechselmodell als Standardmodell schon gehabt hätten.

Am 14. März 2018 hat die FDP durch ihre Bundestagsabgeordnete Katrin Helling Plahr einen Gesetzentwurf zur Einführung des Wechselmodells (auch Doppelresidenzmodell genannt) in den Deutschen Bundestag eingebracht. Das Wechselmodell würde es Kindern ermöglichen, beide Elternteile nach Trennung und Scheidung sowohl in der Freizeit als auch im Alltag als gleichberechtigte Eltern zu behalten.

Der Zuschauerraum von Saal 2.600 im Paul-Löbe Haus in Berlin war übervoll als die Sachverständigen um 15 Uhr begannen, zum Wechselmodell als Leitbild in der Familienpolitik Stellung zu nehmen. Johannes Fels, Sprecher der Väterbewegung in Deutschland saß mitten zwischen den Zuschauenden und verfolgte die Debatte. Auch wenn die Debatte von den Sachverständigen sehr kontrovers geführt wurde, wurde doch sehr eindrücklich klar dass das Wechselmodell sehr große Vorteile gegenüber allen anderen Betreuungsmodellen hat.

Fels war allerdings sehr verwunderte, wie das Sachverständigen-Gremium zusammengesetzt war. Es gab nur zwei Sachverständige die man als neutral ansehen konnte. Die Wissenschaftlerin Frau Prof. Dr. Sünderhauf-Kravets von der Evangelischen Hochschule Nürnberg und Herrn Linsler vom Familienverband ISUV/VDU e, V., der nach seinen eigenen Angaben 48% Frauen und 52% Männer als Mitglieder vertritt. Alle anderen Sachverständigen gehören zu Verbänden die dem Feminismus oder gar dem Radikalfeminismus zuzuordnen sind. Deshalb verwundert es auch nicht, dass obwohl die Sachverständigen keine Nachteile des Wechselmodells nennen konnten, sich nur 2 von 9 Sachverständigen für das Wechselmodell als Leitbild ausgesprochen haben, so Fels.

Die eigentlich Benachteiligten in diesem Rechtsgebiet, die Väter, waren nicht vertreten. Es ist schon bezeichnend, dass der Deutsche Bundestag Männer und Väter als unmündiges Wählervolk abtut und bei Debatten um das Wohl der Kinder ausschließt, so Fels.

Zu Beginn der Sitzung hatten die Sachverständigen jeweils 4 Minuten Zeit, ihren Standpunkt darzulegen. Darauf folgten 2 Fragerunden, in denen die Abgeordneten die Gelegenheit hatten, den Sachverständigen Fragen zu stellen. Dabei machten die Abgeordneten aller vertretenen Parteien, außer der FDP klar, dass sie das Wechselmodell nicht wollen. Sie formulierten ihre Fragen schon so, dass die Antwort gegen das Wechselmodell vorgegeben waren. Auch ging es vielen Abgeordneten nicht um die Kinder sondern überwiegend um die Verteilung des Geldes nach der Scheidung zu Gunsten der Frau. Einzige Lichtblicke waren die sachlichen Fragen der FDP-Abgeordneten. Frau Helling Plahr, wollte von Frau Prof. Dr. Sünderhauf-Kravets wissen, was sich für die Kinder mit der Einführung des Wechselmodells ändert. Auch der Frage von Daniel Föst (FDP) an Sünderhauf und Linsler nach den Erfahrungen in den Ländern, die das Wechselmodell bereits als Leitbild eingeführt haben, traf das tatsächliche Thema.

Eine große Debatte kam auf, als der Ulmer Abgeordnete Karl-Heinz Brunner (SPD) behauptete, das momentan bei Scheidungen angewandte Residenzmodell (die Ein-Eltern-Familie) sei nicht gesetzlich verankert. Beim Residenzmodell sind die Eltern nicht mehr gleichberechtigt an der Erziehung und Pflege der Kinder beteiligt, was in vielen Fällen zur Entsorgung eines Elternteils, in Deutschland in der Regel zum Ausschluss des Vaters, führt. Die Sachverständige vom Deutschen Richterinnenbund Brigitte Meyer-Wehage, selbst Richterin, erklärte dazu, dass das Residenzmodell über den Umweg des Unterhaltsrechtes in §1606, Absatz 3 BGB klar gesetzlich vorgegeben ist. Dennoch behauptete auch Justizministerin Katarina Barley (SPD) am Abend in den Tagesthemen, dass das Residenzmodell nicht gesetzlich vorgeschrieben sei. Dies zeigt auch wieder wie weit die Justizministerin von der Realität entfernt ist, so Fels.

Auch die CDU ignoriert die Tatsache, dass das Residenzmodell gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Abgeordnete Axel Müller (CDU) aus Weingarten, ehemaliger Richter geht sogar so weit, dass er der FDP vorwirft, sie wolle mit dem Wechselmodell den Leuten vorschreiben, wie sie leben sollen. Dabei war es doch seine Partei, die den Kindern vorschreibt, dass sie nach Trennung und Scheidung nur noch ein Elternteil haben dürfen.

Fels sagt, Väter haben de Facto in Deutschland keine Rechte. Viele Väter zerbrechen nach Trennung und Scheidung an der Situation, dass sie keinen Zugang mehr zu ihren Kindern haben. Auch Großeltern sind von dieser Situation stark betroffen. Sie sehen ihre Enkelkinder nicht mehr.

In der Europaratsresolution 2079 wurde Deutschland schon 2015 aufgefordert, dem Entzug der Kinder durch ein Elternteil mit der Einführung des Wechselmodells abzuhelfen.

Wie viele Kinder müssen noch misshandelt oder getötet werden bis auch die Anti-Wechselmodell-Parteien, CDU/CSU, SPD, AFD, Grüne und Linke erkennen, dass wir das Wechselmodell brauchen.

Da wo zwei die Kinder liebende Eltern gleichberechtigt über das Wohl des Kindes wachen hat das Kind den größtmöglichen Schutz, so Fels. Zwei Eltern mit gleichen Rechten und Pflichten zu haben ist für die Kinder wesentlich besser als auf ein Elternteil beschränkt zu werden. Kinder lieben in der Regel beide Eltern.

Der Verein der Freunde und Förderer der Väterbewegung in Deutschland e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die Vereine und Verbände der Väterbewegung in Deutschland zu einen und die Väter und ihre Verbände mit einer Stimme in Richtung Politik zu vertreten.

Unser Vorstandsmitglied für Presse und Öffentlichkeitsarbeit Johannes Fels ist als Zuhörer in Berlin gewesen. Er berichtet hier seine Eindrücke von der Sitzung.

Wenn Sie Fragen haben können gerne mit Herrn Fels Kontakt aufnehmen oder auch einen persönlichen Gesprächstermin mit ihm vereinbaren.

Ihr Ansprechpartner:

Johannes Fels
Vorstand Öffentlichkeitsarbeit
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Tel.: 0172 9857593