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Beratung für Eltern bei Problemen mit Sorgerecht, Umgangsrecht, Jugendamt

Dienstag, 25. Juni 2013 - 17:00 - 21:30 LVR, Horion-Haus Köln Deutz

Ein Problem für Generationen

Seit nunmehr über 25 Jahren ist das Phänomen der Eltern-Kind-Entfremdung bekannt.

Durch die entwicklungspsychologische Forschung der letzten Jahrzehnte ist zudem hinreichend nachgewiesen, dass Kinder häufigen und regelmäßigen Kontakt zu beiden Elternteilen benötigen, um gesund aufzu­wachsen.

Einhergehend mit der Trennung der Eltern wird jedoch die Beziehung zu einem Elternteil zumeist auf Wochenenden alle 14 Tage eingeschränkt. Daneben versuchen nicht wenige Elternteile den Umgang ihres Kindes weiter einzuschränken oder zu verhindern.

Das ausgrenzende Verhalten eines Elternteils dominiert dabei ein dadurch dysfunktional beeinträchtigtes Familiensystem, welches zumeist durch die Verfahrensbeteiligten und die Familienrechts­praxis gefördert wird. Die dadurch einsetzende Entfremdung führt dazu, dass innerhalb von 2 Jahren nach der Trennung der Eltern 40% der Kinder keinen regelmäßigen Kontakt zum umgangsberechtigten Elternteil haben.

Keine Bagatelle für 4 Millionen Trennungskinder

Wissenschaftlich anerkannt ist inzwischen, dass „Elterliche Entfremdung“ nicht nur eine geringfügige Beeinträchtigung im Leben einer Trennungsfamilie ist, sondern mit schweren psychischen Störungen einhergehen kann, die viele Familien beeinträchtigt.

Die Fachtagung richtet sich an Fachkräfte aus Familienberatung und Jugendamt, Psychologen, Verfahrensbeistände, Richter und Rechtsanwälte, Eltern und sonstige Interessierte.

Referenten:

  • PD Dr. Leitner (Vortrag: Wissenschaftliche Anforderungen an Sachverständigengutachten um Eltern-Kind-Entfremdung zu verhindern)
  • Dr. Guerra González (Vortrag: Begünstigung der Induzierten Eltern-Kind-Entfremdung durch Verfahrensbeteiligte und Lösungsmöglichkeiten)
  • Dipl.-Psych. Prof. Dr. med. Dr.phil. Georg Hörmann (Vortrag: Eltern-Kind-Entfremdung)

Gäste

  • Prof. Dr. Matthias Franz, Düsseldorf
  • Dr. Walter Andritzky, Düsseldorf
  • Prof. Dr. Wolfgang Klenner, Oerlinghausen bei Bielefeld
  • Prof. Dr. jur. Hildegund Sünderhauf, Nürnberg

17:00 Uhr

Begrüßung und Einführung

Rigo Trautmann (VafK Köln)
 

17:30 Uhr

Dipl.-Psych. Prof. Dr. med. Dr.phil. Georg Hörmann
Eltern-Kind-Entfremdung – Auslöser komplexer Traumafolgestörungen

18:00 Uhr

PD Dr. Werner Leitner
Wissenschaftliche Anforderungen an Sachverständigengutachten um Eltern-Kind-Entfremdung zu verhindern

18:45 Uhr

Pause
Imbiss

19:15 Uhr

Dr. Guerra González

Begünstigung der Induzierten Eltern-Kind-Entfremdung durch Verfahrensbeteiligte und Lösungsmöglichkeiten

20:00 Uhr

Podiumsdiskussion
Referenten, Gäste

Moderation: Helmut Frangenberg (KStA)

PD Dr. Werner Leitner

Wissenschaftliche Anforderungen an Sachverständigengutachten um Eltern-Kind-Entfremdung zu verhindern

PD Dr. Werner Leitner, derzeit Verwalter einer Professur für Sonder- und Rehabilitationspädagogische Psychologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Privatdozent für Heilpädagogische Psychologie an der Universität zu Köln, approbierter Psychologe / Psychologischer Psychotherapeut mit VT-Zulassung für Kinder Jugendliche und Erwachsene, Sachverständiger (i.A. OLG, AG). Veröffentlichungen in referierten Fachzeitschriften und Sammelbänden auch auf internationaler Ebene sowie Rundfunk- und Fernsehbeiträge u.a. zur Eltern-Kind-Entfremdung und zur Evaluation familienpsychologischer Gutachten. In Untersuchungen mit verschiedenen Stichproben und unterschiedlichen Erhebungszeiträumen konnte er zeigen, dass viele Gutachten wissenschaftlichen Anforderungen nicht genügen und nachhaltige Qualitätsverbesserungen in den vergangenen Jahrzehnten trotz des voranschreitenden Forschungsstandes in Psychologie und Erziehungswissenschaften kaum ersichtlich sind.

Veröffentlichungen

  • Zur Mängelerkennung in familienpsychologischen Gutachten. In: Familie und Recht. Zeitschrift für die anwaltliche und gerichtliche Praxis, 2 (2000), S.57-63.
  • Bindungsentwicklung und Bindungsstörung unter besonderer Berücksichtigung des „Parental Alienation Syndroms“ (PAS). In: Ettrich, K.U. (Hrsg.). (2004). Bindungsentwicklung und Bindungsstörung. Stuttgart: Thieme, S.51-58.
  • Elterliche Trennung im Blickfeld schulischer Handlungsperspektiven. In: Heilpädagogische Forschung. Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie bei Behinderungen, 2 (2009), S.87-98.

Internet: www.wernerleitner.de/

Dr. Guerra González

Begünstigung der Induzierten Eltern-Kind-Entfremdung durch Verfahrensbeteiligte und Lösungsmöglichkeiten

Dr. González hat in Spanien Jura studiert, ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Lüneburg, Verfahrensbeistand und Mediator. Er war Vorstandsmitglied der Internationalen Medizinisch-Juristische Gesellschaft gegen Eltern-Kind-Entfremdung (IMJPG). Das Universitätsklinikum in Münster führt in Kooperation mit der Gesellschaft IMJPG zurzeit eine Studie zum Thema Eltern-Kind-Entfremdung und Kontaktverlust durch. Untersucht werden die Auswirkungen eines mehrmonatigen Kontaktverlustes auf die Entwicklung des Gehirns und dessen Funktionsweise.

Vorträge:

  • Fachtagung Geesthacht 2010: Allen Kindern beide Eltern und Großeltern – gesundes Aufwachsen trotz Trennung, Beitrag Falllösung Familienrecht: Eine deutsche und spanische Perspektive
  • Fachtagung Lüneburg 2011: „Parental Alienation Syndrome“ oder Der psychische Missbrauch an Kindern, Beitrag: Entfremdung kommt nicht von allein, Der Beitrag des Familienrechts zur Entstehung von PAS
  • Beitrag in der Papa-ya Sonderausgabe ‚Induzierte Eltern-Kind-Entfremdung‘: Die Eltern-Kind-Entfremdung wird extern verursacht

Veröffentlichungen

  • Sorgefall Familienrecht – Ursachen und Folgen grundgesetzwidriger Praxis auf der Basis regelmäßigen Missbrauchs des Kindeswohlbegriffs. Lit Verlag, 2012.

Internet: www.leuphana.de/jorge-guerra-gonzalez.html

Dipl.-Psych. Prof. Dr. med. Dr.phil. Georg Hörmann

Eltern-Kind-Entfremdung – Auslöser komplexer Traumafolgestörungen

Georg Hörmann, Univ.-Prof. i.R., Dr. med. Dr. phil., Dipl. Psych., Arzt für Psychotherapie, war bis 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik / Gesundheitspädagogik an der Universität Bamberg und hat neben wissenschaftlichen Publikationen zur Erziehungsberatung, Familientherapie und Klinischen Psychologie im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe verstärkt die Aufmerksamkeit auf die Thematik „Staatliche Kindes­wohlgefährdung“ (Bamberger Erklärung 2007, Bamberger Resolution 2010; Grundrechte Report 2010) gerichtet, insbesondere auch um klar zu machen, dass eine Entfremdung von den Eltern (PAS, Parental Alienation Syndrom) „ein zu wenig bekanntes Misshandlungssyndrom“ (Leitner & Künneth 2004) und nicht lediglich ein Kavaliersdelikt ist. Eine durch Entfremdung induzierte familiäre Beziehungsstörung stellt nicht nur ein erhebliches Risiko für Kinder und Jugendliche dar, psychische Störungen zu entwickeln, sondern kann langfristig massive negative Auswirkungen haben (Bernet 2011).

Veröffentlichungen

  • Hörmann, G./ W. Körner / F. Buer (Hrsg.), Familie und Familientherapie. Probleme - Perspektiven - Alternativen. Opladen 1988
  • Hörmann G. & F. Nestmann (Hrsg.) Handbuch der psychosozialen Intervention. Opladen 1988
  • Hörmann, G. & W. Körner (Hrsg.), Klinische Psychologie - Ein kritisches Handbuch. Reinbek 1991 / 1998
  • Hörmann G. & M.R. Textor (Hrsg.) Praxis der Psychotherapie. Opladen 1992 / 1998
  • Hörmann, G. & W. Körner (Hrsg.) Handbuch der Erziehungsberatung. 2 Bände Göttingen 1998 / 2000
  • Hörmann G. & W. Körner (Hrsg.), Einführung in die Erziehungsberatung. Stuttgart 2008