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Beratung für Eltern bei Problemen mit Sorgerecht, Umgangsrecht, Jugendamt

Eine Trennung ist immer schwer. Sind Kinder involviert, kann das traumatische Folgen für diese haben. Für die gesamte Familie können sich dramtische Konsequenzen durch überstürzte Handlungen ergeben. Unser Kurzleitfaden spricht wichtige Themen an.

Vor der Trennung

Gemeinsame Sorge

Du lebst in einer tollen Partnerschaft, seid nicht verheiratet und ihr wollt Kinder in die Welt setzen. Eine gute Entscheidung! Habt ihr über das gemeinsame Sorgerecht geredet? Nein? Dann wird es aber höchste Zeit. Ohne gemeinsames Sorgerecht kann man als Vater weder einfach so mit dem Kind zum Arzt, noch kann man irgendetwas für das Kind regeln, sollte die Mutter ernsthaft erkrankt sein oder plötzlich versterben. Es kann sogar passieren, dass das Kind in Obhut genommen wird oder im wenn es ganz schlimm kommt ohne ein Mitspracherecht des Vaters (weg-)adoptiert werden kann. Das gilt ebenfalls für den Fall der Trennung. Hier muss der Vater dann bei Null anfangen und erst seine Grundrechte (und die des Kindes) einfordern/einklagen. Die Mutter ist dann u.U. längst mit dem Kind unbekannt verzogen. Ohne Sorgerecht dann auch keine Beratung durch das Jugendamt usw.

Die gemeinsame Sorge lässt sich ohne große Umstände auf dem Jugendamt kostenlos vereinbaren. Lehnt die potentielle Mutter die gemeinsame Sorge ab, sollten Kinder besser mit einer anderen Partnerin geplant werden.

Kinder statt Überstunden

Du liebst deine Kinder und würdest gerne mehr Zeit mit Ihnen verbringen? Auch der andere Elternteil kann arbeiten! Reduziere deine Arbeitszeit, deine Kinder freuen sich. Auch für den anderen Elterteil hat es Vorteile selbst zu den Familienfinanzen beizutragen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Rechtzeitig für ausreichenden Wohnraum sorgen

Sind die Wohnverhältnisse nicht optimal? Bist du dir nicht sicher ob die Beziehung längerfristig halten wird? Bei verschiedenen Wohnungsbau Gesellschaften kann man sich auf eine Warteliste für eine geförderte Wohnung setzen lassen (s.a. unten zum WBS).

Für Krisen vorsorgen

Es ist immer wichtig von allen Unterlagen (Verträge, Belege von Anschaffungen etc.) zumindest Kopien an einem weiteren sicheren Ort (Büro, Bankschließfach) aufzubewahren. Im Falle einer Wohnungsverweisung und/oder die Schlösser werden ausgetauscht, wird es ggf. schwierig an diese Dinge heranzukommen.

Trennung

Unterstützung holen

Eine Trennung mit Kindern gehört zu den schwersten Krisen im Leben - nicht nur der Eltern. Nicht Kopflos reagieren. Eigene Gefühle und das Bedürfnis nach Distanz sind berechtigt aber helfen nicht in der Beziehung zu den Kindern. Unbedingt psychologische Unterstützung und/oder Gesprächspartner suchen. Der Väteraufbruch Köln bietet jeden 1. und 3. Dienstag im Monat eine Selbsthilfegruppe an.

Kinder im Fokus

Behalte deine Kinder im Fokus. Auch diese haben es jetzt schwer. Sie wollen dich nicht verlieren und haben oft Verlustängste und Schuldgefühle, gerade wenn über den Umgang gestritten wird. Nichts desto trotz brauchen die Kinder beide Eltern zu gleichen Teilen. Es ist wichtig, dass beide Eltern diesbezüglich kooperieren.

Trotzdem reicht zum Streit häufig auch ein Elternteil alleine. Es ist dann erforderlich, dass man entschieden für die Rechte der Kinder einsteht.

Gesundheit bewahren

Eine schwere Lebenskrise macht krank. Es ist völlig gerechtfertig sich deshalb auch Krankschreiben zu lassen. Dadurch bekommt man Zeit auch seine Gedanken zu ordnen und sich Hilfe zu holen.

Rechte aktiv einfordern

Auch der andere Elternteil hat Verantwortung für die Trennung zu tragen. Auch der andere kann ausziehen und sich eine neue Wohnung suchen, Möbel beschaffen etc. Es ist definitiv verkehrt, hier aus falsch verstandener Ritterlichkeit zurückzustehen. Deshalb: Nicht auf eigene Rechte, Eigentum (z.B. Möbel/Hausrat) etc. verzichten; die Kinder brauchen auch bei dir ein angemessenes Lebensumfeld.

Ungerechtfertigter Wohnungsverweis/Rückkehrverbot

Für Mütter ist es eine effektive Möglichkeit den Vater kurzfristig zu entsorgen und wird auch häufig so genutzt, da das diesbezügliche Gesetz dem Betroffenen effektiven Rechtsschutz verwehrt und Grundrechte aushebelt. I.d.R. reicht hier ein Telefonanruf der Mutter bei der Polizei. Dafür sind auch unabhängige Zeugen nicht notwendig. Wer dann nicht gegen einen polizeilichen Wohnungsverweis vorgeht, gilt als Gewalttäter und bekommt Probleme bei der gerichtlichen Durchsetzung des Umgangs. Daher ist es notwendig verwaltungsgerichtlich dagegen vorzugehen, egal ob der Anwalt meint das wäre uneffektiv.

Umgang

Nicht die Wohnung verlassen und so schnell wie möglich ausziehen. Erst den Umgang mit den Kindern regeln, sonst ist der Entfremdung Tür und Tor geöffnet. Hat man erst die Wohnung verlassen, wird es schwer.

Keine Hilfe von Institutionen erwarten

Nicht darauf setzen, dass das Jugendamt weiterhilft. Das tut es nicht gerne. Im Zweifelsfall wird allein die Mutter unterstützt oder eine allparteiliche Haltung eingenommen (die freilich nicht den Kindesinteressen entspricht).

Eine schriftliche Elternvereinbarung ist schön, aber im Streitfall vor Gericht nichts wert. Die Umgangsvereinbarung daher immer gerichtlich genehmigen/regeln lassen.

Für die Kinder da sein

Will man für seine Kinder da sein, macht es Sinn ggf. seine Arbeitszeit zu reduzieren und/oder zu flexibilisieren. Viele Chefs sind da aufgeschlossen, schließlich sind ein Großteil der Eltern von Trennung betroffen (auch der Chef).

Wohnungswechsel

Nicht ohne gerichtliche Umgangsregelung ausziehen (s.o.).

Haushaltsaufteilung

Du fertigst eine Inventarliste mit den dir persönlich gehörenden und ggf. gemeinsam angeschafften Gegenständen (mit Belegen) und bewahrst sie an einem sicheren Ort auf (s.o.). Eigene Gegenstände darfst du jederzeit mitnehmen. Gemeinsames Eigentum wird dem Wert entsprechend geteilt. Das gilt ebenfalls für alles was für die Kinder angeschafft wurde. Die Kinder benötigen diese Sachen auch bei dir.

Wohnberechtigungsschein (WBS)

Gerade in der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt ist es auch bei scheinbar gutem Einkommen kaum möglich adäquaten Wohnraum für sich und seine Kinder zu finden. Die Stadt Köln macht es zuweilen Vätern noch schwerer, da manche Sachbearbeiter(innen) meinen, Kindern würde beim Vater kein Wohnraum zustehen. Hier hilft es hartnäckig zu sein und sich nicht abwimmeln zu lassen (Mütter haben diese Probleme nicht). Dementsprechend ist es für jeden sorge- und umgangsberechtigten Elternteil statthaft auch bereits vor dem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung einen WBS zu beantragen (und bei entsprechendem Einkommen auch zu bekommen).

Wohngeld

Das obige gilt auch für Wohngeld. Dabei sind die Kinder dem Haushalt des Elternteils zuzuordnen wenn sie sich ab etwa einem Drittel bei diesem aufhalten (auch die Ferien und Feiertage zählen dazu). D.h. das ist bei den meisten Umgangsregelungen der Fall. Auch hier sich nicht abwimmeln lassen.

Gericht

Für viele Familiengerichtliche Verfahren gibt es keinen Anwaltszwang. Der Anwalt verdient auch kaum etwas z.B. an einem Umgangsverfahren. Daher kann ein Anwalt aus wirtschaftlichen Gründen auch nur wenig Zeit investieren. Besser die Erfahrung der Selbsthilfegruppen nutzen und sich selbst Schlau z.B. durch den Blick ins Gesetz oder den Besuch von Workshops machen.

Was nicht beantragt wird, wird auch nicht beschlossen!

Ist ein Verfahren willkürlich bedingt, kann das Gericht die Verfahrenskosten auch nur einem beteiligten auflegen und das sollte dann auch eingefordert werden. Etwa z.B. auch beim Umgangsboykott.

Verfahrenskostenhilfe (VKH)

Beantrage VKH. Bedenke, dass du ja ggf. eine neue Wohnung einrichten musst, deine Arbeitszeit reduziert hast und die Kinder ja auch bei dir Essen und Kindgerechte Ausstattung benötigen. VKH ist eine Sozialleistung, die dir auch zustehen kann wenn du noch arbeiten gehst. Hast du evtl. Schulden?

Es ist Notwendig an dieser Stelle dem Antragsgegner die finanziellen Ressourcen abzugraben, damit den Kindern nicht zusätzliche Gerichtsverfahren und deren Folgen zugemutet werden.

Gehe ggf. gegen den VKH Antrag der Mutter vor. Mütter sind es gewohnt von allen Seiten Leistungen ohne besondere Prüfung der Voraussetzungen zugeschustert zu bekommen. Dabei wird es häufig nicht ganz so ernst mit der Wahrheit genommen. Hat die Mutter Vermögen, auch z.B. weil das Konto gerade von ihr geplündert wurde oder sie Geld der Kinder unterschlagen hat? Beteiligt sie sich trotz eigenem Einkommens nicht an den laufenden Kosten eures Haushaltes? Hat die Mutter ggf. willkürlich einen Antrag bei Gericht gestellt ohne vorher versucht zu haben sich mit dir zu einigen? Hat der Antrag Aussicht auf Erfolg?

Gutachten

Häufig werden in umgangsrechtlichen Fragen Psychologische Gutachter beauftragt, da die Richter keinerlei psychologische Kenntnisse besitzen. Gutachten sind dabei zumeist von geringer Qualität und richten sich in Ihren Empfehlungen häufig an der herrschenden Rechtsprechung aus (der Richter beruft den Gutachter! Wess Brot ich fress, des Wort ich red...).

Ein Gutachten ist keine Therapiestunde

Vorsicht bei Äusserungen gegenüber einem Gutachter. Der Gutachter wird alles gegen Dich verwenden und dir selbst die Wörter im Munde umdrehen. Der Gutachter schafft (scheinbare) Fakten, die durch seine subjektive Sicht der Dinge geprägt sind. Nichts desto trotz kann man auch selbst einen Gutachter vorschlagen. Allerdings ist es dann dem Richter überlassen, ob er sich dann den Feststellungen des Gutachters anschließt oder trotzdem nach seiner eigenen Meinung entscheidet.
Fazit: Gutachten schaden in der Regel mehr als sie nützen und sind abzulehnen.

Eine gerichtliche Umgangsregelung sollte immer konkret sein und zur Durchsetzung auch die Androhung von Ordnungsmitteln beinhalten, sonst ist sie nicht durchsetzbar.

 

(Wird weiter ergänzt)