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Praktische Tipps für Eltern bei Trennung und Scheidung
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Kürzlich veröffentlichte die ZEIT ein neues Interview mit Stefan Rücker von der Forschungsgruppe PETRA, welche im Auftrag des BMFSJF eine Studie zu Betreuungsmodellen nach Trennung und Scheidung erstellt hat. Die Studie liegt dem Ministerium seit geraumer Zeit vor, wird aber nicht in absehbarer Zeit veröffentlicht werden. Rücker äussert sich wie so häufig wiedersprüchlich zu seinen Erkenntnissen.

So behauptet er, dass man ja bereits heute ein Wechselmodell gerichtlich durchsetzen kann. Er negiert dabei, dass dieses nur im Streitverfahren möglich ist und das eben eine Betreuung durch beide Eltern eben nicht gesetzlich vorgesehen ist. Zugleich ist er aber der Meinung, dass nur Beratung und Begleitung der Eltern den Kindern helfen kann. Er verweist also Eltern auf den Rechtsweg, der eben nicht für Kinder hilfreich ist und bei dem der Ausgang des Verfahrens regelmäßig für Gewinner und Verlierer sorgt – wobei die Kinder immer verlieren.

Zudem verweist er ausführlich auf die destruktiven Auswirkungen der aktuellen Rechtslage, bei der man mit Hilfe von Manipulationen beweisen muss, wer der bessere Elternteil ist. Viele Kinder wollen sich – so Rücker – an den diesbezüglichen Befragungen einfach nicht beteiligen. Sie würden in Loyalitätskonflikte geraten.

Wie in vorangegangenen öffentlichen Äusserungen geht es auch ihm aber bei seiner eigenen beruflichen Tätigkeit darum, mit Hilfe von eher weniger subtilen Fragen herauszufinden, bei wem das Kind besser aufgehoben ist. Die von ihm vorgebrachte Fragestellung z.B. "Wer kümmert sich um das angeschlagene Knie?" wird das Kind immer im Sinne desjenigen beantworten, der das Kind möglichst umfassend davon abhält, beim anderen Elternteil versorgt zu werden. Er zeigt sich damit als ein Professioneller, der im durch die derzeit herrschende Rechtslage geprägten System verhaftet ist. Neue Ansätze zur Streitvermeidung sind da nicht zu erwarten.

Immerhin fordert er, als Vertreter des beratenden Gewerbes, eine gesetzlich vorgeschriebene Mediation. Dieses macht zwar Sinn, verschiebt aber den Aufwand der jetzt bei den Gerichten betrieben wird nur auf die Mediatoren, welche dann mangels gesetzlichem Leitbild für eine gemeinsame Elternschaft aber keine Ergebnisse liefern können; die Sache also wieder zu lasten der Kinder bei Gericht landet.

Folgende Erkenntnis ist bei Rücker nicht angekommen: Erst wenn sich Streiten nicht mehr lohnt, wird es zu einer Entlastung der Kinder kommen.