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Beratung für Eltern bei Problemen mit Sorgerecht, Umgangsrecht, Jugendamt

Wechselmodell/Doppelresidenz

VAfK-Pressemitteilung Klares Votum aus Straßburg – Kinder brauchen beide Eltern Der Interessenverband Väteraufbruch für Kinder e.V. (VAfK) begrüßt die vom Europarat in seiner Sitzung am 02. Oktober 2015 verabschiedete Resolution zur Stärkung der Rolle von Trennungsvätern und zur Beseitigung bestehender Diskriminierungen im Familienrecht. Kernpunkte der Resolution sind die stärkere Berücksichtigung der Paritätischen Doppelresidenz und ein Hinwirken auf konsensorientierte Lösungen der Eltern – zum Wohle der Kinder.

Trennungs- und Scheidungskonflikte sind ein oft stark verknäultes Konglomerat aus materiellen, sozialen und psychologischen Konfliktanteilen. Der gesamte Komplex stellt eine große Herausforderung für alle an der Konfliktregulierung beteiligten Professionen und Institutionen dar. Der Erfolg hängt dabei wesentlich von der Beratungs- und Interventionskompetenz sowie einem guten und lösungsorientierten Zusammenwirken aller beteiligten Akteure ab.

Das Zivilgesetzbuch der Schweiz sieht in Zukunft ausdrücklich vor, dass die Gerichte die Möglichkeit einer alternierenden Obhut bei einer Scheidung prüfen müssen.

Herzlichen Glückwunsch in die Schweiz!

Damit hat die einst so konservative Schweiz Deutschland quasi rechts überholt. Deutschland hinkt damit bei den elementaren Menschenrechten hinterher und darf damit als Schlusslicht in der europäischen Diskussion um die Doppelresidenz betrachtet werden. Zum Leidwesen der Kinder und ausgegrenzter Elternteile.

ANFORDERUNGEN AN DIE BERATUNG UND UNTERSTÜTZUNG

Der Gesetzgeber formuliert als klare Leitziele für die Regulierung der familiären Lebensverhältnisse bei Trennung und Scheidung den Beziehungserhalt zwischen dem Kind und seinen beiden Eltern sowie den Konfliktabbau zwischen den Eltern. Trennungsbetroffene benötigen in diesem Zusammenhang vor allem ideologiefreien Rat und eine niederschwellig ausgerichtete psychologische und praktische Hilfe (vgl. Jopt 2002; Fthenakis 2008; Weber 2013).

In rechtstechnischer Hinsicht erfolgt die Anordnung des Wechselmodells über § 1684 BGB. § 1671 BGB kommt nicht zur Anwendung.

Die Rechtsprechung, die die Anordnung eines Wechselmodells dann abgelehnt, wenn ein Elternteil sich dagegen ausspricht, geht im Wesentlichen davon aus, dass die Eltern eine hohe Bereitschaft haben müssen, miteinander zu kooperieren und zu kommunizieren. Schon dieser Ausgangspunkt ist fragwürdig. Dieser Rechtsprechung liegen keine gesicherten Forschungsergebnisse zu Grunde.

Cover Erziehung im WechselmodellFür konflikthafte und widersprüchliche Positionen der Eltern, wie sie nach Trennungen im Umgehen mit gemeinsamen Kindern fast regelhaft auftreten, scheint das Wechselmodell einen geeigneten Rahmen zu bieten.

Das AG Heidelberg glänzt mit einer weitsichtigen und sauberen Begründung.

Weder die Wechselfrequenz noch die in den Wechselsituation liegende Gefahr von Beeinträchtigungen der Kindern sei beim Residenzmodell wesentlich anders zu bewerten als im Wechselmodell. Eine  Einschränkung (§1671 BGB) des § 1684 BGB hätte zur Folge, dass der verfassungsrechtlich vorgegebene Maßstab des Kindeswohls aufgrund einfachrechtlicher systematischer Überlegung (Sorgerecht) eingeschränkt würde.

Ein Gerichtsurteil hat erstmals ermöglicht, dass ein Kind von getrennt lebenden Eltern in zwei Haushalten leben kann. Die "Doppelresidenz" ist eigentlich im Gesetz nicht vorgesehen.

Manfred Herrmann erstreitet Teilerfolg zum Wohngeld.

Auch Vätern ohne Sorgerecht kann Wohngeld zustehen. Die entgegenstehende Regelung des Wohngelgesetzes ist möglicherweise Verfassungswidrig. Das Bundesverfasungsgericht sieht hier Klärungsbedarf und gibt der Beschwerde des Antragstellers zum Prozesskostenhilfeantrag statt.

Maßgeblich und im Einzelfall zu prüfen ist, welche Lösung dem Kindeswohl am besten entspricht. Die fehlende ausdrückliche Zustimmung eines Elternteils ist dabei von untergeordneter Bedeutung.

Das Risiko für beide Kinder, durch Kommunikationsprobleme zwischen der Kindesmutter und dem Kindesvater Belastungen mit kindeswohlgefährdendem Ausmaß zu erleben, hält der Senat derzeit für geringer als die Gefahr der nachhaltigen Verletzung des Selbstwertgefühls beider Kinder.

Die Trennung der sorgeberechtigten Eltern begründet für gemeinsame Kinder einen Doppelwohnsitz. Auf den tatsächlichen Aufenthaltsort des betroffenen Kindes kommt es nicht an, selbst wenn dieser einverständlich oder (bei Übertragung des alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil) einseitig bestimmt worden ist.

Beschluss v. 12.3.2014 - XII ZB 234/13

1. Nimmt der barunterhaltspflichtige Elternteil ein weit über das übliche Maß hinaus gehendes Umgangsrecht wahr, kann der Barunterhaltsbedarf des Kindes unter Herabstufung um eine oder mehrere Einkommensgruppen der Düsseldorfer Tabelle bestimmt werden (Fahrtkosten, Unterbringungskosten).

2. Der auf diesem Weg nach den Tabellensätzen der Düsseldorfer Tabelle ermittelte Unterhaltsbedarf kann zusätzlich gemindert werden, wenn der barunterhaltspflichtige Elternteil dem Kind im Zuge seines erweiterten Umgangsrechts anderweitige Leistungen erbringt, mit denen er den Unterhalt des Kindes deckt.

Unter den Gutachtern, die bei gerichtlich in Auftrag gegebenen Gutachten in Einzelfällen oder häufig eine Tendenz signalisiert bekommen haben, gaben 61,1 Prozent (n = 11) der psychologischen Gutachter an, mehr als 50 Prozent ihrer Einnahmen aus gutachterlichen Tätigkeiten zu beziehen. Dieser Wert ist bei psychologischen Gutachtern im Vergleich zu den anderen untersuchten Berufsgruppen am höchsten.

Immer mehr Eltern betreuen ihre Kinder im Wechselmodell, zunehmend werden Familiengerichte mit entsprechenden Anträgen sowohl in Verfahren um die elterliche Sorge als auch mit entsprechenden Umgangsrechtsanträgen konfrontiert.

Impuls für eine sozialpolitisch notwendige gerechtere gemeinsame Elternschaft nach Trennung und Scheidung

Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) hat Band 7 seiner Schriftenreihe mit dem Titel „Vom starren Residenzmodell zum individuellen Wechselmodell“ herausgegeben.

Der Verband möchte mit dieser 80 seitigen Schrift einen Impuls für gelebte gemeinsame Elternschaft nach Trennung und Scheidung geben. Die Autoren der Broschüre sind Professor Dr. Hildegund Sünderhauf, Professor Siegfried Willutzki, OLG Richter Heinrich Schürmann, die Rechtsanwälte Georg Rixe und Ralph Gurk, Sabine Holdt/Marcus Schönherr sowie der ISUV Bundesvorsitzende Josef Linsler.

Bestellung der Broschüre unter: www.isuv-online.de/

Wechsekmodell: Psychologie-Recht-PraxisDie von Ihrem Referat auf unserer Fachtagung zum Thema Wechselmodell/Doppelresidenz bekannte Autorin Prof. Dr. Sünderhauf hat nunmehr ihr Buch veröffentlicht.

Hier ein Interview mit Prof. Dr. Sünderhauf zum Thema Wechselmodell/Doppelresidenz im dradio vom 22.08.2013 anlässlich der Veröffentlichung.

Das OLG Frankfurt hatte am 6.3.2013 in der Entscheidung zu 2 UF 394/12 über die Abgrenzung Wechselmodell und erweiterter Umgang zu befinden.

Der Inhalt dieser Arbeit ist anhand einiger „Mosaiksteine“ die aktuelle und brisante Thematik der Obsorge im Hinblick auf die Kinder und deren Väter aufzuzeigen.

 Die Zahl der so genannten Patchwork-Familien in Deutschland steigt stetig. Das geltende Erbrecht ist darauf jedoch nicht eingestellt.

Neben dem Optimum der Doppelresidenz bzw. der Paritätischen Betreuung, gibt es wissenswerte und hilfreiche Literatur und Vorträge um trotz Trennung als Eltern ein optimales Umfeld zu gestalten.

Die nachfolgend vorgestelten Bücher und Videos sollen Hilfestellung und diesbezügliche Anregungen geben, wie wir in einer Trennungssituation unseren Kindern noch bessere Eltern sein können.

Ein Paar kann sich nach einer Beziehung vielleicht trennen. Die Kinder können jedoch nichts dafür und sollten nicht leiden an der Trennung, an ihren Eltern oder an den betreuenden Elternteilen.

Jesper Juul ist z.B. der Meinung, dass nur ausschließlich die jenigen, die sich gut und kooperativ zu einem Ex-Partner verhalten können, sich ebenfalls gut und kooperativ zu ihren Kindern verhalten können und sich somit als gute Eltern erweisen würden.

Wenn eine Partnerschaft nach einer Trennung im Streit untergeht, fehlt es den Streitenden hingegen an Mitmenschlichkeit - im christlichen Sinne - gegenüber den Kindern und gegenüber den ehemaligen Partnern.
U.U. fehlt es auch manchmal an Selbstwertgefühl.

Beziehung geht nach einer Trennung weiter - mit allen Traumata und Selbstzweifeln.
Ruhe und Harmonie - auch für die Kinder - gelingt nicht durch Verdrängung sondern höchstens durch aktive Arbeit der Eltern an den Themen der Trennung.

Für Kinder ist es dabei wichtig, dass beide Eltern weiterhin gut miteinander umgehen können und die Kinder zu beiden Eltern intensiven Kontakt haben können.
Nach einer Trennung sollten Eltern ihren Kindern zeigen, dass sie gemeinsam als Eltern auch mit schwierigen Situationen und Herausforderungen kompetent umgehen können.

Auch nach einer Trennung und trotz eventueller unverarbeiteter Konflikte sind "beide" Eltern weiterhin in der Verantwortung, für ihre Kinder immer da zu sein und sind "beide" Eltern in der Pflicht, gemeinsam eine möglichst optimale Entwicklung ihrer Kinder zu fördern und zu sichern.
 

Thema Trennung aus der Perspektive der Kinder:

Ich hab euch beide lieb!  Wenn Eltern sich getrennt haben
(3.-6. Lebensjahr)
von Claire Masurel, Kady McDonald Denton
32 Seiten, Brunnen-Verlag
 
Glückliche Scheidungskinder
(0.-18. Lebensjahr)
von Remo H. Largo, Monika Czernin
336 Seiten, Piper Taschenbuch
 
Kinder lassen sich nicht scheiden
DVD, 63 Minuten, Deutsche Liga für das Kind
 
Trennung und dann...
von Jesper Juul, Mathias Voelchert
DVD, 295 Min., FamilyLab
 
Thema Bindungstheorie:

Bindung - Das Geflecht des Lebens
von Klaus Grossmann & Karin Grossmann
DVD, 445 Min., Auditorium Netzwerk
 
Thema Pädagogik & Entwicklung:

Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren, 592 Seiten, Piper Taschenbuch  Kinderjahre: Die Individualität des Kindes als erzieherische Herausforderung, 384 Seiten, Piper Taschenbuch
Jugendjahre: Kinder durch die Pubertät begleiten, 400 Seiten, Piper Taschenbuch
jeweils von Remo Largo, ..
 
Krippenkinder, Familie und Tagesbetreuung in gemeinsamer Verantwortung
DVD, 70 + 23 Min., Deutsche Liga für das Kind
 
Die besten Förderspiele, So unterstützen Sie Ihr Kind
(0.-6. Lebensjahr)
von Gerda Pighin
318 Seiten, Urania Verlag (Weltbild)
 
Kinder gezielt fördern
(1.-7. Lebensjahr)
von Cornelia Nitsch, Gerald Hüther
240 Seiten, Gräfe und Unzer Verlag
 
Dein kompetentes Kind: Auf dem Weg zu einer neuen Wertgrundlage für die ganze Familie
von Jesper Juul
288 Seiten, rororo-Verlag
 
Du bist mir wichtig
(0.-12. Lebensjahr)
von Gerald Hüther, Peter Zimmermann, Gabriele Haug-Schnabel, Kerstin Gemballa, Ute F. Wegner, Nina Roth, Regina Lindhoff, Carola Sturm
128 Seiten, Verlag Mehr Zeit für Kinder (BARMER GEK)
 
Thema Schule:

Jedes Kind ist hoch begabt: Die angeborenen Talente unserer Kinder und was wir aus ihnen machen
von Gerald Hüther, Uli Hauser
192 Seiten, Albrecht Knaus Verlag
 
Schülerjahre: Wie Kinder besser lernen  
von Remo H. Largo, Martin Beglinger
336 Seiten, Piper Taschenbuch
 
www.schule-im-aufbruch.de
 
Väterbücher:

Das Väter-Buch
von Bernd Neumann, Volker Baisch
176 Seiten, Trias Verlag
 
Mann und Vater sein
von Jesper Juul
200 Seiten, Kreuz Verlag
 

Babys brauchen Väter: Das ABC der Vater-Kind-Bindung
Babys suchen Kontakt, bereits am ersten Tag ihres Lebens. An der faszinierenden Entwicklung ihrer Kinder hautnah teilhaben zu wollen, ist längst auch Sache der Väter. Und das zu Recht: denn die Bedeutung des Vaters ist enorm, Kinder brauchen – vom frühen Säuglingsalter an – stärkende Vaterbeziehungen, um zu emotional stabilen Persönlichkeiten zu reifen. Wie entsteht eine gute, vertrauensvolle Beziehung zwischen Vater und Kind, wie innige, echte Verbundenheit? Wie lässt sich eine sichere Bindung aufbauen?Vor dem Hintergrund seiner langjährigen Elternarbeit zeigt der Psychologe Richard Fletcher anhand von vielen Beispielen, wie junge Väter die Signale und Bedürfnisse schon kleinster Kinder richtig verstehen und feinfühlig darauf reagieren können. Sehr verständlich erklärt er, wie Väter Anregungen und Geborgenheit geben können, warum Spielen und Balgen zur Hirnentwicklung und sozialen Kompetenz beiträgt und was die Vater-Kind-Bindung von der Beziehung zur Mutter unterscheidet. Ein Ratgeber, der junge Väter ermutigt, sich auf Entdeckungsreise zu begeben und ihre neue Vaterrolle mit Begeisterung und Zuversicht anzunehmen.
Taschenbuch, 19,95 Euro
https://www.amazon.de/Babys-brauchen-V%C3%A4ter-Das-Vater-Kind-Bindung/dp/3456853017
 
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