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Beratung für Eltern bei Problemen mit Sorgerecht, Umgangsrecht, Jugendamt

Wechselmodell/Doppelresidenz

Das Zivilgesetzbuch der Schweiz sieht in Zukunft ausdrücklich vor, dass die Gerichte die Möglichkeit einer alternierenden Obhut bei einer Scheidung prüfen müssen.

Herzlichen Glückwunsch in die Schweiz!

Damit hat die einst so konservative Schweiz Deutschland quasi rechts überholt. Deutschland hinkt damit bei den elementaren Menschenrechten hinterher und darf damit als Schlusslicht in der europäischen Diskussion um die Doppelresidenz betrachtet werden. Zum Leidwesen der Kinder und ausgegrenzter Elternteile.

ANFORDERUNGEN AN DIE BERATUNG UND UNTERSTÜTZUNG

Der Gesetzgeber formuliert als klare Leitziele für die Regulierung der familiären Lebensverhältnisse bei Trennung und Scheidung den Beziehungserhalt zwischen dem Kind und seinen beiden Eltern sowie den Konfliktabbau zwischen den Eltern. Trennungsbetroffene benötigen in diesem Zusammenhang vor allem ideologiefreien Rat und eine niederschwellig ausgerichtete psychologische und praktische Hilfe (vgl. Jopt 2002; Fthenakis 2008; Weber 2013).

In rechtstechnischer Hinsicht erfolgt die Anordnung des Wechselmodells über § 1684 BGB. § 1671 BGB kommt nicht zur Anwendung.

Die Rechtsprechung, die die Anordnung eines Wechselmodells dann abgelehnt, wenn ein Elternteil sich dagegen ausspricht, geht im Wesentlichen davon aus, dass die Eltern eine hohe Bereitschaft haben müssen, miteinander zu kooperieren und zu kommunizieren. Schon dieser Ausgangspunkt ist fragwürdig. Dieser Rechtsprechung liegen keine gesicherten Forschungsergebnisse zu Grunde.

Cover Erziehung im WechselmodellFür konflikthafte und widersprüchliche Positionen der Eltern, wie sie nach Trennungen im Umgehen mit gemeinsamen Kindern fast regelhaft auftreten, scheint das Wechselmodell einen geeigneten Rahmen zu bieten.

Das AG Heidelberg glänzt mit einer weitsichtigen und sauberen Begründung.

Weder die Wechselfrequenz noch die in den Wechselsituation liegende Gefahr von Beeinträchtigungen der Kindern sei beim Residenzmodell wesentlich anders zu bewerten als im Wechselmodell. Eine  Einschränkung (§1671 BGB) des § 1684 BGB hätte zur Folge, dass der verfassungsrechtlich vorgegebene Maßstab des Kindeswohls aufgrund einfachrechtlicher systematischer Überlegung (Sorgerecht) eingeschränkt würde.

Ein Gerichtsurteil hat erstmals ermöglicht, dass ein Kind von getrennt lebenden Eltern in zwei Haushalten leben kann. Die "Doppelresidenz" ist eigentlich im Gesetz nicht vorgesehen.

Manfred Herrmann erstreitet Teilerfolg zum Wohngeld.

Auch Vätern ohne Sorgerecht kann Wohngeld zustehen. Die entgegenstehende Regelung des Wohngelgesetzes ist möglicherweise Verfassungswidrig. Das Bundesverfasungsgericht sieht hier Klärungsbedarf und gibt der Beschwerde des Antragstellers zum Prozesskostenhilfeantrag statt.

Maßgeblich und im Einzelfall zu prüfen ist, welche Lösung dem Kindeswohl am besten entspricht. Die fehlende ausdrückliche Zustimmung eines Elternteils ist dabei von untergeordneter Bedeutung.

Das Risiko für beide Kinder, durch Kommunikationsprobleme zwischen der Kindesmutter und dem Kindesvater Belastungen mit kindeswohlgefährdendem Ausmaß zu erleben, hält der Senat derzeit für geringer als die Gefahr der nachhaltigen Verletzung des Selbstwertgefühls beider Kinder.

Die Trennung der sorgeberechtigten Eltern begründet für gemeinsame Kinder einen Doppelwohnsitz. Auf den tatsächlichen Aufenthaltsort des betroffenen Kindes kommt es nicht an, selbst wenn dieser einverständlich oder (bei Übertragung des alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil) einseitig bestimmt worden ist.

Beschluss v. 12.3.2014 - XII ZB 234/13

1. Nimmt der barunterhaltspflichtige Elternteil ein weit über das übliche Maß hinaus gehendes Umgangsrecht wahr, kann der Barunterhaltsbedarf des Kindes unter Herabstufung um eine oder mehrere Einkommensgruppen der Düsseldorfer Tabelle bestimmt werden (Fahrtkosten, Unterbringungskosten).

2. Der auf diesem Weg nach den Tabellensätzen der Düsseldorfer Tabelle ermittelte Unterhaltsbedarf kann zusätzlich gemindert werden, wenn der barunterhaltspflichtige Elternteil dem Kind im Zuge seines erweiterten Umgangsrechts anderweitige Leistungen erbringt, mit denen er den Unterhalt des Kindes deckt.

Unter den Gutachtern, die bei gerichtlich in Auftrag gegebenen Gutachten in Einzelfällen oder häufig eine Tendenz signalisiert bekommen haben, gaben 61,1 Prozent (n = 11) der psychologischen Gutachter an, mehr als 50 Prozent ihrer Einnahmen aus gutachterlichen Tätigkeiten zu beziehen. Dieser Wert ist bei psychologischen Gutachtern im Vergleich zu den anderen untersuchten Berufsgruppen am höchsten.

Immer mehr Eltern betreuen ihre Kinder im Wechselmodell, zunehmend werden Familiengerichte mit entsprechenden Anträgen sowohl in Verfahren um die elterliche Sorge als auch mit entsprechenden Umgangsrechtsanträgen konfrontiert.

Impuls für eine sozialpolitisch notwendige gerechtere gemeinsame Elternschaft nach Trennung und Scheidung

Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) hat Band 7 seiner Schriftenreihe mit dem Titel „Vom starren Residenzmodell zum individuellen Wechselmodell“ herausgegeben.

Der Verband möchte mit dieser 80 seitigen Schrift einen Impuls für gelebte gemeinsame Elternschaft nach Trennung und Scheidung geben. Die Autoren der Broschüre sind Professor Dr. Hildegund Sünderhauf, Professor Siegfried Willutzki, OLG Richter Heinrich Schürmann, die Rechtsanwälte Georg Rixe und Ralph Gurk, Sabine Holdt/Marcus Schönherr sowie der ISUV Bundesvorsitzende Josef Linsler.

Bestellung der Broschüre unter: www.isuv-online.de/

Wechsekmodell: Psychologie-Recht-PraxisDie von Ihrem Referat auf unserer Fachtagung zum Thema Wechselmodell/Doppelresidenz bekannte Autorin Prof. Dr. Sünderhauf hat nunmehr ihr Buch veröffentlicht.

Hier ein Interview mit Prof. Dr. Sünderhauf zum Thema Wechselmodell/Doppelresidenz im dradio vom 22.08.2013 anlässlich der Veröffentlichung.

Das OLG Frankfurt hatte am 6.3.2013 in der Entscheidung zu 2 UF 394/12 über die Abgrenzung Wechselmodell und erweiterter Umgang zu befinden.

Der Inhalt dieser Arbeit ist anhand einiger „Mosaiksteine“ die aktuelle und brisante Thematik der Obsorge im Hinblick auf die Kinder und deren Väter aufzuzeigen.

 Die Zahl der so genannten Patchwork-Familien in Deutschland steigt stetig. Das geltende Erbrecht ist darauf jedoch nicht eingestellt.

Neben dem Optimum der Doppelresidenz bzw. der Paritätischen Betreuung, gibt es wissenswerte und hilfreiche Literatur und Vorträge um trotz Trennung als Eltern ein optimales Umfeld zu gestalten.

Die nachfolgend vorgestelten Bücher und Videos sollen Hilfestellung und diesbezügliche Anregungen geben, wie wir in einer Trennungssituation unseren Kindern noch bessere Eltern sein können.

Ein Paar kann sich nach einer Beziehung vielleicht trennen. Die Kinder können jedoch nichts dafür und sollten nicht leiden an der Trennung, an ihren Eltern oder an den betreuenden Elternteilen.

Jesper Juul ist z.B. der Meinung, dass nur ausschließlich die jenigen, die sich gut und kooperativ zu einem Ex-Partner verhalten können, sich ebenfalls gut und kooperativ zu ihren Kindern verhalten können und sich somit als gute Eltern erweisen würden.

Wenn eine Partnerschaft nach einer Trennung im Streit untergeht, fehlt es den Streitenden hingegen an Mitmenschlichkeit - im christlichen Sinne - gegenüber den Kindern und gegenüber den ehemaligen Partnern.
U.U. fehlt es auch manchmal an Selbstwertgefühl.

Beziehung geht nach einer Trennung weiter - mit allen Traumata und Selbstzweifeln.
Ruhe und Harmonie - auch für die Kinder - gelingt nicht durch Verdrängung sondern höchstens durch aktive Arbeit der Eltern an den Themen der Trennung.

Für Kinder ist es dabei wichtig, dass beide Eltern weiterhin gut miteinander umgehen können und die Kinder zu beiden Eltern intensiven Kontakt haben können.
Nach einer Trennung sollten Eltern ihren Kindern zeigen, dass sie gemeinsam als Eltern auch mit schwierigen Situationen und Herausforderungen kompetent umgehen können.

Auch nach einer Trennung und trotz eventueller unverarbeiteter Konflikte sind "beide" Eltern weiterhin in der Verantwortung, für ihre Kinder immer da zu sein und sind "beide" Eltern in der Pflicht, gemeinsam eine möglichst optimale Entwicklung ihrer Kinder zu fördern und zu sichern.
 

Thema Trennung aus der Perspektive der Kinder:

Ich hab euch beide lieb!  Wenn Eltern sich getrennt haben
(3.-6. Lebensjahr)
von Claire Masurel, Kady McDonald Denton
32 Seiten, Brunnen-Verlag
 
Glückliche Scheidungskinder
(0.-18. Lebensjahr)
von Remo H. Largo, Monika Czernin
336 Seiten, Piper Taschenbuch
 
Kinder lassen sich nicht scheiden
DVD, 63 Minuten, Deutsche Liga für das Kind
 
Trennung und dann...
von Jesper Juul, Mathias Voelchert
DVD, 295 Min., FamilyLab
 
Thema Bindungstheorie:

Bindung - Das Geflecht des Lebens
von Klaus Grossmann & Karin Grossmann
DVD, 445 Min., Auditorium Netzwerk
 
Thema Pädagogik & Entwicklung:

Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren, 592 Seiten, Piper Taschenbuch  Kinderjahre: Die Individualität des Kindes als erzieherische Herausforderung, 384 Seiten, Piper Taschenbuch
Jugendjahre: Kinder durch die Pubertät begleiten, 400 Seiten, Piper Taschenbuch
jeweils von Remo Largo, ..
 
Krippenkinder, Familie und Tagesbetreuung in gemeinsamer Verantwortung
DVD, 70 + 23 Min., Deutsche Liga für das Kind
 
Die besten Förderspiele, So unterstützen Sie Ihr Kind
(0.-6. Lebensjahr)
von Gerda Pighin
318 Seiten, Urania Verlag (Weltbild)
 
Kinder gezielt fördern
(1.-7. Lebensjahr)
von Cornelia Nitsch, Gerald Hüther
240 Seiten, Gräfe und Unzer Verlag
 
Dein kompetentes Kind: Auf dem Weg zu einer neuen Wertgrundlage für die ganze Familie
von Jesper Juul
288 Seiten, rororo-Verlag
 
Du bist mir wichtig
(0.-12. Lebensjahr)
von Gerald Hüther, Peter Zimmermann, Gabriele Haug-Schnabel, Kerstin Gemballa, Ute F. Wegner, Nina Roth, Regina Lindhoff, Carola Sturm
128 Seiten, Verlag Mehr Zeit für Kinder (BARMER GEK)
 
Thema Schule:

Jedes Kind ist hoch begabt: Die angeborenen Talente unserer Kinder und was wir aus ihnen machen
von Gerald Hüther, Uli Hauser
192 Seiten, Albrecht Knaus Verlag
 
Schülerjahre: Wie Kinder besser lernen  
von Remo H. Largo, Martin Beglinger
336 Seiten, Piper Taschenbuch
 
www.schule-im-aufbruch.de
 
Väterbücher:

Das Väter-Buch
von Bernd Neumann, Volker Baisch
176 Seiten, Trias Verlag
 
Mann und Vater sein
von Jesper Juul
200 Seiten, Kreuz Verlag
 

Babys brauchen Väter: Das ABC der Vater-Kind-Bindung
Babys suchen Kontakt, bereits am ersten Tag ihres Lebens. An der faszinierenden Entwicklung ihrer Kinder hautnah teilhaben zu wollen, ist längst auch Sache der Väter. Und das zu Recht: denn die Bedeutung des Vaters ist enorm, Kinder brauchen – vom frühen Säuglingsalter an – stärkende Vaterbeziehungen, um zu emotional stabilen Persönlichkeiten zu reifen. Wie entsteht eine gute, vertrauensvolle Beziehung zwischen Vater und Kind, wie innige, echte Verbundenheit? Wie lässt sich eine sichere Bindung aufbauen?Vor dem Hintergrund seiner langjährigen Elternarbeit zeigt der Psychologe Richard Fletcher anhand von vielen Beispielen, wie junge Väter die Signale und Bedürfnisse schon kleinster Kinder richtig verstehen und feinfühlig darauf reagieren können. Sehr verständlich erklärt er, wie Väter Anregungen und Geborgenheit geben können, warum Spielen und Balgen zur Hirnentwicklung und sozialen Kompetenz beiträgt und was die Vater-Kind-Bindung von der Beziehung zur Mutter unterscheidet. Ein Ratgeber, der junge Väter ermutigt, sich auf Entdeckungsreise zu begeben und ihre neue Vaterrolle mit Begeisterung und Zuversicht anzunehmen.
Taschenbuch, 19,95 Euro
https://www.amazon.de/Babys-brauchen-V%C3%A4ter-Das-Vater-Kind-Bindung/dp/3456853017
 
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Für Hinweise und Literatur zu dem Thema Kinderrechte klicken Sie bitte auf den Link  
www.vafk-koeln.de/kinder/kinderrechte

Für Hinweise und Literatur zu den Themen Recht, Hilfe, Beratung klicken Sie bitte auf den Link
www.vafk-koeln.de/beratung_und_hilfe/vaeterkompass

Auditorium der Fachtagung 2012

Der heutige Stand der Familienforschung belegt eindrucksvoll die Bedeutung der Bindung und gelebten Beziehung des Kindes zu seinen beiden Eltern.

Unübersehbar geworden ist das Faktum der Pluralisierung und Individualisierung von Familienformen und Familienentwürfen im gesellschaftlichen Lebensalltag.

Im heutigen gesellschaftlichen Geschlechterrollendiskurs steht die Auflösung tradierter Rollenstereotypen ganz oben an. Gesellschaftliches Leitbild ist heute die gleichgestellte Teilhabe von Frauen und Männern an Beruf, Familienleben, Hausarbeit und gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme. Durch die gesellschaftlichen Leitmilieus wird in einem breiten Konsens um die verstärkte und vermehrte Teilhabe von Männern am Familienleben, der Kindererziehung, der Hausarbeit und um eine Umverteilung der Aufgabenverteilung zwischen Beruf und Familie geworben und diese gefordert.

Ideologische Rolle rückwärts in das Familienbild der 50iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts

Gerade die Funktionsträger der sozialen, beratenden, verwaltenden und juristischen Berufe reagieren in der Trennungssituation und bei der Gestaltung von familiären Nachtrennungsverhältnissen oft geradezu reflexhaft im Sinne vergangener und tradierter Rollenklischees und Familienbilder, die zum geführten Geschlechtsrollendiskurs und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit der heute gelebten Lebens- und Familienmodelle gar nicht passen.

Ein zweites mächtiges Stereotyp ist daneben wirksam: die Zuordnung des Kindes zu nur einem betreuenden Elternteil, bei weitgehendem Ausschluss des anderen Elternteils von alltäglicher Betreuung und Alltagsleben mit dem Kind.

Die moderne Sozialisationsforschung belegt jedoch die gleichrangige Bedeutung der Beziehung des Kindes zu Mutter und Vater für seine gesunde Entwicklung und die Wichtigkeit des durch die Dreiecksbeziehung zwischen Mutter-Vater-und Kind sich vollziehenden Triangulierungsprozesses.

Familie endet nicht mit Trennung und Scheidung

Nach systemischem Verständnis endet Familie nicht mit Trennung und Scheidung. Die Trennungsfamilie bleibt weiter Familie. Es gehört heute zu den gesicherten Erkenntnissen über Trennungskinder, dass sie dem Erhalt des Familiensystems herausragende Bedeutung beimessen. Familie hört mit dem Trennungsprozess nicht auf, sondern geht von einer Form in eine andere über.

Jan Piet de Man widmete sich vor allem der Kinderperspektive auf die elterliche Trennung und Scheidung, sowie über die belgische Rechts- und Beratungspraxis für Trennungsfamilien und die Gestaltung von Nachtrennungsverhältnissen berichten. Er schilderte eindrücklich das kindliche Zeitempfinden und empfahl Trennungskinder möglichst nicht mehr Tage vom anderen Elternteil zu trennen als sie Jahre alt sind. Ebenso stellte er dar, dass die Doppelresidenz in Belgien konfliktdeeskalierende Wirkung nachgewiesen wurde.

Prof. Dr. Hildegund Sünderhaufgab einen gründlichen Überblick über den Stand der internationalen Forschung zum Aufwachsen von Kindern in elterlicher Doppelresidenz, sowohl im Hinblick auf die Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung, wie im Hinblick auf die positiven Perspektiven und Möglichkeiten, die sich aus einem Modell gelebter elterlicher Parität auch für die Mütter und Väter selbst ergeben.

Manfred Herrmann vom Verein „Eltern für Kinder im Revier“ beleuchtete die konflikteskalierende Wirkung der starren und undynamischen Unterscheidung zwischen betreuendem Elternteil und nicht betreuendem Elternteil, wie sie im deutschen Unterhaltsrechts in krass dichotomischer Form festgeschrieben ist und praktiziert wird.

Dr. Christoph Mandla setzte sich mit der Widersprüchlichkeit und Inkonsistenz der Argumentation der deutschen Rechtsprechung zu Doppelresidenz und elterlicher Parität auseinander, die nicht in Übereinstimmung steht zu den klaren Postulaten des Grundgesetzes und Familienrechtes zum Schutz des Familienlebens, der familiären Beziehungen aller Familienmitglieder und des Diskriminierungsverbotes. Er forderte in diesem Zusammenhang die Abschaffung des § 1671 BGB, der es Elternteilen ermögliche ohne eine Gefährdung des Kindeswohles den anderen Elternteil seiner Elternrechte aus Art. 6 Abs. GG zu berauben und Nachtrennungsfamiliensysteme zu zerschlagen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion, an der auch die Autorinnen Petra Wagner und Ina Kiesewetter ("Eine Woche Mama, eine Woche Papa") teilnahmen, äusserte der stellvertretende Leiter des Kölner Jugendamtes Klaus Peter Völlmecke, dass der Handlungsbedarf von Seiten der Behörde erkannt wurde. Der VafK Köln forderte eine flächendeckende und regelmäßige wissenschaftliche Evaluation familiengerichtlicher Verfahren, damit Fehlentscheidungen vermieden werden können.

Wie Kinder getrennter Eltern gut leben

Alltags-Mama immer und Freizeit-Papa alle zwei Wochen samstags und sonntags? Immer mehr getrennt lebende Eltern nehmen von diesem Umgangsmodell Abschied.