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Beratung für Eltern bei Problemen mit Sorgerecht, Umgangsrecht, Jugendamt

Psychologie

 ... in 80% der Fälle geben Elternteile an, dass ihnen jede Form einer fairen und gleichberechtigten Verteilung und Wahrnehmung der Elternrollen verweigert werde. Vorenthaltung relevanter Informationen über das Kind, Unterbindung des Kontakts zum Kind und Behinderung von Umgangsregelungen treten in über 70% der Fälle auf. Viele dieser Probleme lassen sich auf eine monopolisierte Sorgerechtsregelung zurückführen.

Auditorium der Fachtagung 2012

Der heutige Stand der Familienforschung belegt eindrucksvoll die Bedeutung der Bindung und gelebten Beziehung des Kindes zu seinen beiden Eltern.

Unübersehbar geworden ist das Faktum der Pluralisierung und Individualisierung von Familienformen und Familienentwürfen im gesellschaftlichen Lebensalltag.

Im heutigen gesellschaftlichen Geschlechterrollendiskurs steht die Auflösung tradierter Rollenstereotypen ganz oben an. Gesellschaftliches Leitbild ist heute die gleichgestellte Teilhabe von Frauen und Männern an Beruf, Familienleben, Hausarbeit und gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme. Durch die gesellschaftlichen Leitmilieus wird in einem breiten Konsens um die verstärkte und vermehrte Teilhabe von Männern am Familienleben, der Kindererziehung, der Hausarbeit und um eine Umverteilung der Aufgabenverteilung zwischen Beruf und Familie geworben und diese gefordert.

Ideologische Rolle rückwärts in das Familienbild der 50iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts

Gerade die Funktionsträger der sozialen, beratenden, verwaltenden und juristischen Berufe reagieren in der Trennungssituation und bei der Gestaltung von familiären Nachtrennungsverhältnissen oft geradezu reflexhaft im Sinne vergangener und tradierter Rollenklischees und Familienbilder, die zum geführten Geschlechtsrollendiskurs und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit der heute gelebten Lebens- und Familienmodelle gar nicht passen.

Ein zweites mächtiges Stereotyp ist daneben wirksam: die Zuordnung des Kindes zu nur einem betreuenden Elternteil, bei weitgehendem Ausschluss des anderen Elternteils von alltäglicher Betreuung und Alltagsleben mit dem Kind.

Die moderne Sozialisationsforschung belegt jedoch die gleichrangige Bedeutung der Beziehung des Kindes zu Mutter und Vater für seine gesunde Entwicklung und die Wichtigkeit des durch die Dreiecksbeziehung zwischen Mutter-Vater-und Kind sich vollziehenden Triangulierungsprozesses.

Familie endet nicht mit Trennung und Scheidung

Nach systemischem Verständnis endet Familie nicht mit Trennung und Scheidung. Die Trennungsfamilie bleibt weiter Familie. Es gehört heute zu den gesicherten Erkenntnissen über Trennungskinder, dass sie dem Erhalt des Familiensystems herausragende Bedeutung beimessen. Familie hört mit dem Trennungsprozess nicht auf, sondern geht von einer Form in eine andere über.

Jan Piet de Man widmete sich vor allem der Kinderperspektive auf die elterliche Trennung und Scheidung, sowie über die belgische Rechts- und Beratungspraxis für Trennungsfamilien und die Gestaltung von Nachtrennungsverhältnissen berichten. Er schilderte eindrücklich das kindliche Zeitempfinden und empfahl Trennungskinder möglichst nicht mehr Tage vom anderen Elternteil zu trennen als sie Jahre alt sind. Ebenso stellte er dar, dass die Doppelresidenz in Belgien konfliktdeeskalierende Wirkung nachgewiesen wurde.

Prof. Dr. Hildegund Sünderhaufgab einen gründlichen Überblick über den Stand der internationalen Forschung zum Aufwachsen von Kindern in elterlicher Doppelresidenz, sowohl im Hinblick auf die Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung, wie im Hinblick auf die positiven Perspektiven und Möglichkeiten, die sich aus einem Modell gelebter elterlicher Parität auch für die Mütter und Väter selbst ergeben.

Manfred Herrmann vom Verein „Eltern für Kinder im Revier“ beleuchtete die konflikteskalierende Wirkung der starren und undynamischen Unterscheidung zwischen betreuendem Elternteil und nicht betreuendem Elternteil, wie sie im deutschen Unterhaltsrechts in krass dichotomischer Form festgeschrieben ist und praktiziert wird.

Dr. Christoph Mandla setzte sich mit der Widersprüchlichkeit und Inkonsistenz der Argumentation der deutschen Rechtsprechung zu Doppelresidenz und elterlicher Parität auseinander, die nicht in Übereinstimmung steht zu den klaren Postulaten des Grundgesetzes und Familienrechtes zum Schutz des Familienlebens, der familiären Beziehungen aller Familienmitglieder und des Diskriminierungsverbotes. Er forderte in diesem Zusammenhang die Abschaffung des § 1671 BGB, der es Elternteilen ermögliche ohne eine Gefährdung des Kindeswohles den anderen Elternteil seiner Elternrechte aus Art. 6 Abs. GG zu berauben und Nachtrennungsfamiliensysteme zu zerschlagen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion, an der auch die Autorinnen Petra Wagner und Ina Kiesewetter ("Eine Woche Mama, eine Woche Papa") teilnahmen, äusserte der stellvertretende Leiter des Kölner Jugendamtes Klaus Peter Völlmecke, dass der Handlungsbedarf von Seiten der Behörde erkannt wurde. Der VafK Köln forderte eine flächendeckende und regelmäßige wissenschaftliche Evaluation familiengerichtlicher Verfahren, damit Fehlentscheidungen vermieden werden können.

Eine amerikanische Studie gibt erstmals Auskünfte über weibliche Stalkerinnen.

Wie Kinder getrennter Eltern gut leben

Alltags-Mama immer und Freizeit-Papa alle zwei Wochen samstags und sonntags? Immer mehr getrennt lebende Eltern nehmen von diesem Umgangsmodell Abschied.

Wie Beziehungsdramen Kinder lebenslang traumatisieren und sogar körperlich schädigen
    
Scheidungsdramen, Beziehungskriege, Vernachlässigung und Gewalt – die Wege zum kindlichen Trauma sind vielfältig. Die Auswege nicht. Die Folgen dramatisch: Kindliche Traumata wirken ein Leben lang nach – psychisch wie physisch.

Es widerspricht fundamental dem Rollenverständnis von Frauen in der Gesellschaft, doch auch sie tun Kindern sexuelle Gewalt an.

Eine aktuelle Meldung von T-Online: Matthias Franz, Facharzt für Psychosomatische Medizin am Universitätsklinikum Düsseldorf, hat untersucht, was der Mangel an Vätern bei Kindern, besonders Jungen anrichten kann: gesundheitliche und seelische Belastungen. Aber auch den Vätern und Müttern geht es dabei nicht besser, wenn die Väter keinen Kontakt zu ihren Kindern haben...